Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach. (Foto: picture alliance / VIE7143 | Leopold Nekula)

So steht es um den Photovoltaik-Ausbau im Saarland

Anne Staut   19.03.2022 | 09:01 Uhr

Im Saarland gibt es derzeit mehr als 28.000 Photovoltaik-Anlagen. Die Mehrzahl davon auf Dächern. In den kommenden Jahren will das Land den Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch vergrößern. Dabei sollen auch Photovoltaik-Anlagen eine wichtige Rolle spielen.

Im Saarland sind aktuell (Stand: 14.03.2022) 28.035 Photovoltaikanlagen gemeldet. Das Wirtschaftsministerium verweist hierbei auf das Marktstammdatenregister, dort wird die jeweils aktuelle Zahl gelistet. Demnach entspricht die installierte Leistung der im Saarland gemeldeten Anlagen etwa 626,7 Megawatt, das sind 626.700 Kilowatt.

Diese Leistung wäre laut Ministerium theoretisch ausreichend, um bei einem angenommenen Bedarf von 3000 Kilowattstunden pro Jahr und Haushalt rund 180.000 Privathaushalte im Saarland mit Strom zu versorgen.

Viele Dachanlagen, wenige Freiflächenanlagen

Die große Mehrzahl der Photovoltaikanlagen im Saarland sind sogenannte Dachanlagen. Laut Ministerium lag der Anteil an Dachanlagen 2020 bei rund 70 Prozent. Die restlichen 30 Prozent sind Freiflächenanlagen.

Wie hoch der Anteil der Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Saarland ist, dazu gibt es laut Wirtschaftsministerium keine Informationen. Eine aktuelle bundesweite Auswertung habe jedoch ergeben, dass sich rund 62 Prozent der Freiflächenanlagen auf landwirtschaftliche Flächen bezögen.

Der Bund will den Ausbau der Solarenergie auch auf landwirtschaftlichen Flächen vorantreiben. Das hatte den saarländischen Landwirten zuletzt Sorgen bereitet. Sie fürchten um ihre Lebensgrundlage.

Höchster Zuwachs im Jahr 2012

Wie genau sich die Anlagen verteilen, lässt sich zumindest für die größten PV-Anlagen im Saarland mit mehr als 300 Kilowattpeak, also einer Maximalleistung von 300 Kilowatt, feststellen. Die landesweit vorliegenden Daten zu diesen Anlagen werden laut Wirtschaftsministerium im Geoportal des Landes gelistet.

Dabei zeigt sich, dass eine große Zahl der PV-Anlagen in den frühen 2010er Jahren in Betrieb genommen wurde. Das deckt sich auch mit den Daten der Agentur für Erneuerbare Energien. Dort wird für das Saarland für den Zeitraum 2002 bis 2020 in den Jahren 2010 bis 2013 der größte Zuwachs an neu installierter Photovoltaik angegeben. 2012 war der Zuwachs demnach mit 91,2 Megawattpeak am höchsten.

In den Jahren 2020 und 2021 sind laut Geoportal unter anderem folgende Anlagen hinzugekommen:

  • Freiflächenanlage: PV-Anlage Hülzweiler (31.01.2020)
  • Bauliche Anlage (Hausdach, Gebäude und Fassade): Teil von Margarethenhof 1-2 in Beckingen (Inbetriebnahme: 05.05.2020)
  • Freiflächenanlage: Teil des Solarparks Haupersweiler (Inbetriebnahme: 30.06.2020)
  • Bauliche Anlage (Hausdach, Gebäude und Fassade): PV-Dachanlage in Bexbach (Inbetriebnahme: 28.08.2020)
  • Freiflächenanlage: PVA Rosselstein 2 (Inbetriebnahme: 05.02.2021)
  • Freiflächenanlage: Bürger-Solarpark Roden 1-2 (Inbetriebnahme: 18./19.03.2021)
  • Bauliche Anlage (Hausdach, Gebäude und Fassade): Teil von Deuba I - IV in Merzig (Inbetriebnahme: 31.03.2021)
  • Freiflächenanlage: Teil des Solarparks Dirmingen (Inbetriebnahme: 30.05.2021)
  • Freiflächenanlage: Solaranlage Lockweiler (Inbetriebnahme: 29.06.2021)

Pläne für weitere Solarparks

Im Saarland sind derzeit noch mehrere größere PV-Anlagen geplant. Anfang März hatte der Gemeinderat den Weg für eine Photovoltaik-Anlage im Kleinblittersdorfer Ortsteil Bliesransbach frei gemacht. Sie soll mit etwa 21 Hektar eine der größten Photovoltaik-Anlagen im Saarland werden.

In vergangenen Jahr hatten die Gemeinderäte in Heusweiler und Oberhtal bereits zwei neuen Solarparks der Sulzbacher Firma Sunera zugestimmt.

Ausbau Erneuerbarer Energien geplant

In den kommenden Jahren will das Saarland den Anteil an Strom aus Erneuerbaren Energien vergrößern. Dabei soll auch der Ausbau von Photovoltaikanlagen eine wichtige Rolle spielen. Die Landesregierung hält etwa eine Photovoltaik-Pflicht auf Landesdächern und gewerblichen Neubauten für möglich.

Im Energiefahrplan der Landesregierung aus dem vergangenen Jahr war als Ziel ausgegeben worden, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2030 auf 40 Prozent zu verdoppeln. Angesichts des Krieges in der Ukraine und seinen Folgen für den Energiesektor hatte die Landesregierung ihre Klimaziele erneut angepasst.

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