Philippe Leroy (Zweiter von links), hier 1997 mit Jacques Chirac (von links), Helmut Kohl und Mercedes-Chef Jürgen Schrempp bei der Eröffnung des Smart-Werks in Hambach (Foto: dpa-Bildfunk)

Philippe Leroy gestorben

Lisa Huth   20.08.2019 | 12:49 Uhr

Der Lothringer Politiker Philippe Leroy ist tot. Er starb am Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren.

Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte in einer ersten Reaktion auf Leroys Tod: „Wir verlieren einen überzeugten Europäer.“ Genau genommen hätte es SaarLorLux ohne Philippe Leroy nicht gegeben. Genauso wenig das einzige französischsprachige Theaterfestival „perspectives“ und vor allem hätte die TGV-ICE-Verbindung nach Paris nur über Straßburg und nicht auch über Saarbrücken geführt.

Video [aktueller bericht, 20.08.2019, Länge: 3:07 Min.]
Politiker Philippe Leroy gestorben

Wer ihn kannte, sprach von der großen Ruhe, die Philippe Leroy ausgestrahlt hatte, freundlich, verschmitzt, und sehr zielstrebig setzte er sich für SaarLorlux ein. Dafür erhielt er dann auch die höchste deutsche  Auszeichnung: das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Streiter für die Natur

Gebürtig war Philippe Leroy aus Lille, also ein Ch’ti. Der studierte Forstwirt setzte sich in seinem Departement Moselle immer für Einrichtung von Naturparken ein, für die Seen, heute würde man sagen, ein früher Streiter für den Erhalt von Umwelt und Natur.

Kritiker fanden seinen Stil etwas paternalistisch, Befürworter sagten: Philippe Leroy machte Politik nicht nur für den nächsten Wahltermin.

Politik für die Großregion

Als Senator in der zweiten Kammer des Parlamentes in Paris brachte er auch immer die Belange des Ostens von Frankreichs ein – und eben auch die grenzüberschreitenden.

Also hat auch das Saarland ihm viel zu verdanken. Für seinen unermüdlichen Einsatz für die Grenzregion und seinen offenen Umgang mit den Medien wurde Philippe Leroy auch von der saarländischen Landespressekonferenz mit der „Goldenen Ente“ ausgezeichnet.

Dabei sagte er: „Wir müssen weltweit gemeinsam auftreten und als Großregion zu identifizieren sein. Wir können neben den Großmetropolen Paris und London, auch Straßburg, nur dann bestehen, wenn Saar-Lor-Lux weltweit als gemeinsame Marke auftritt.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 20.08.2019 berichtet.

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