Eine Krankenschwester mit Mundschutz gibt einer Pflegeheim-Bewohnerin einen Becher (Foto: picture alliance/Benoit Doppagne/BELGA/dpa)

Pflegeheime setzen neue Besuchsregelungen um

Daniel Dresen   12.05.2020 | 14:13 Uhr

Die Träger der saarländischen Pflegeheime haben ihre Besuchsregelungen in Corona-Zeiten gelockert. Während in den Heimen der Träger CTS, Benevit und Marienhaus-Gruppe bereits seit vergangenem Wochenende die neuen Regeln gelten, wartet die Awo noch auf die Freigabe ihres Konzepts.

Von den Pflegeheimen ausgearbeitete Hygiene- und Sicherheitskonzepte ermöglichen seit dem vergangenen Wochenende den Besuch von Verwandten in den Häusern. Die Konzepte mussten zuvor von der saarländischen Heimaufsicht freigegeben werden. Die saarländische Landesregierung hatte vergangene Woche grünes Licht für Lockerungen in Pflegeheimen gegeben.

Wie der Träger CTS mitteilt, seien die ersten Erfahrungen vom Muttertagswochenende "durchweg positiv". Der Kontakt per Videoschalte, Karten oder Briefe könnte nicht die persönlichen Begegnungen ersetzen, sagt Brigitte Pistorius, Leiterin des Fachbereichs Altenhilfe bei der CTS.

Parks und Brückentreff

Das Caritas Seniorenhaus St. Augustin in Püttlingen verfügt beispielsweise über einen Park. Hier können sich Bewohner und Besucher mit zwei Metern Abstand unter freiem Himmel treffen und miteinander sprechen, sofern das Wetter es zulässt. Einrichtungsleiter Patrick Steuer plant außerdem eine Indoor-Variante: Die Menschen können sich dann in einem beiderseits zugänglichen Raum, geschützt durch eine Plexiglasscheibe unterhalten.

Im Seniorenzentrum St. Barbarahöhe in Auersmacher soll bald ein sogenannter Brückentreff eingerichtet werden: Auf der Brücke, die in die Einrichtung hineinführt, stehen Tische und Stühle vor einer geschlossenen Schiebetür aus Glas, so dass Bewohner und Besucher sich sehen und durch die geschlossene Tür oder via Telefon miteinander reden können. Eine weitere Idee sind sogenannte Vis-à-Vis-Boxen, die vor dem Haus stehen. Der Angehörige tritt von außen ein und der Bewohner sitzt innen im Haus an einem geschlossenen Fenster. Hier kann ein Telefon zum Einsatz kommen, damit sich beide hören. 

Mentale Gesundheit gefährdet

Die Benevit-Gruppe mit ihren Standorten in Heusweiler-Holz und Schwalbach-Elm öffnete zum Muttertag die Türen für Besucher. "Bei den Angehörigen und den Bewohnern war eine deutliche Erleichterung zu spüren. Ebenso bei den Mitarbeitern, die täglich erleben müssen, wie die mentale Gesundheit der Bewohner zunehmend unter dem Besuchsverbot litt", sagt Geschäftsführer Kaspar Pfister.

Die Besuchszeit ist in den Benevit-Einrichtungen auf eine Stunde begrenzt mit maximal zwei Angehörigen pro Bewohner. Verteilt auf zwei Besucherzonen im Mehrzweckraum und zwei Besucherzonen im Garten seien so vier Besuche pro Stunde gleichzeitig möglich. Somit könnten an einem Standort etwa 20 Besuche pro Tag organisiert und dabei alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Eine Besucherzone besteht aus zwei Tischen und drei Stühlen, um auch den Mindestabstand wahren zu können.

Rückkehr in die Normalität

Auch die Marienhaus-Gruppe hat nach eigenen Angaben die neuen Besuchsregelungen an ihren saarländischen Standorten bereits am vergangenen Wochenende umgesetzt. "Bewohner und Besucher treffen sich in extra eingerichteten Bereichen im oder außerhalb des Hauses", sagt Sprecher Heribert Frieling. Es seien weitere wichtige Schritte zurück in die Normalität während eines langwierigen Prozesses.

Das Konzept des Trägers Awo hingegen muss noch von den Heimaufsichten der Landkreise abgesegnet werden. Die Freigabe soll nach Angaben von Awo-Sprecher Jürgern Nieser im Laufe der Woche vorliegen.

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