Symbolbild: Ein Pfleger im Alten-und Pflegeheim hält die Hand einer Bewohnerin (Foto: dpa / picture alliance / Oliver Berg)

Pflegegesellschaft kritisiert Ministeriumsvorgaben

  07.04.2020 | 15:18 Uhr

Die Saarländische Pflegegesellschaft befürchtet, dass Heimbewohner künftig in ihren Zimmern eingesperrt werden müssen, um die strengen Corona-Vorgaben der Gesundheitsbehörden noch einhalten zu können. Das geht aus Brief an das Saarbrücker Gesundheitsamt hervor.

Ärger zwischen Regionalverband und Pflegegesellschaft
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 07.04.2020, Länge: 03:12 Min.]
Ärger zwischen Regionalverband und Pflegegesellschaft

Das Gesundheitsamt hatte die Heime demnach angewiesen, die direkten Kontakte von Personal und Bewohnern auf maximal zwei Personen zu reduzieren. Der Vorsitzende der Pflegegesellschaft, Harald Kilian, erklärte, man sei über den Brief fassungslos. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen stehen am Limit.“

Schutzmasken für 27 Euro

Die Heime, so Kilian, hätten mit hohen Krankenständen zu kämpfen, noch verschärft dadurch, dass die Gesundheitsämter Mitarbeiter ohne Testung in häusliche Quarantäne schickten. Hinzu kämen noch die Engpässe bei der Schutzausrüstung sowie die Ängste der Bewohner, Angehörigen und Mitarbeiter.

Die vom Ministerium geforderten FFP2-Schutzmasken etwa seien derzeit nur zum Preis von 27 Euro pro Stück zu bekommen, Overalls für 15 Euro das Stück, und das auch nur bei einem Lieferanten. Das alles führe „zu einer schwer beherrschbaren Situation“.

In den Heimen lebten auch sehr viele Demenzkranke, die solche Vorgaben gar nicht verstünden. In letzter Konsequenz, so Kilian müsse man die Bewohner eigentlich in ihren Zimmern einschließen, um die Forderung des Gesundheitsamtes zu erfüllen.

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 07.04.2020 berichtet.

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