Peter Hartz in der Bundespressekonferenz in Berlin (Foto: dpa)

Hartz stellt Konzept gegen Arbeitslosigkeit vor

Daniel Weiland   09.05.2017 | 15:43 Uhr

Lange war es still um Peter Hartz, jetzt hat sich der Namensgeber von "Hartz IV" zurückgemeldet. In Berlin stellte er ein umfangreiches Konzept vor, von dem er sich nicht weniger als das Ende der Langzeitarbeitslosigkeit erhofft. Außerdem zog er ein positives Fazit zur "Agenda 2010".

Etwa eine Million Menschen in Deutschland sind langzeitarbeitslos, etwa 250.000 Jugendliche ohne Job. Mit diesen Zahlen wolle er sich nicht abfinden, sagte Peter Hartz bei der Vorstellung seines neuen Konzepts in Berlin. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Fachleuten hat der gebürtige Saarländer konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Netzwerke auf lokaler Ebene

Hartz schlägt vor, Langzeitarbeitslose in Kleingruppen mit Betreuern des Jobcenters und so genannten A-Trainern zu unterstützen. A-Trainer könnten etwa selbst frühere Erwerbslose sein, die es zurück auf den Arbeitsmarkt geschafft haben.

Wenn die Betreuer ähnliche Situationen wie ihre Schützlinge bewältigt hätten, könne das motivieren, begründete Hartz die Idee. Außerdem sollen in den Gruppen auch bislang unentdeckte Talente von Langzeitarbeitslosen erkannt und dann auch genutzt werden, um sie an Arbeitgeber zu vermitteln.

Auch für jugendliche Arbeitslose stellt sich Hartz lokale Netzwerk-Treffen vor. Ganz ähnlich sollen auch hier die Talente der Teilnehmer gefunden und genutzt werden. Dabei soll es zwar verpflichtende Termine geben, aber das freiwillige Mitmachen spielt in Hartz' Konzept eine große Rolle.

Gutes Fazit zur "Agenda 2010"

Der ehemalige VW-Manager Peter Hartz war maßgeblich an den Reformen der Rot-Grünen Bundesregierung Anfang der 2000er beteiligt, die als "Agenda 2010" bezeichnet wird. Er hatte als Leiter einer Expertenkommission dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) einen Vorschlagskatalog vorgelegt, der in vier Reformgesetzen umgesetzt wurde.

In Teilen der Bevölkerung ist "Hartz IV" ungeliebt, der Namensgeber allerdings zog in Berlin nun ein weitgehend positives Fazit. Die Bewältigung der Massenarbeitslosigkeit sei gelungen, der Arbeitsmarkt flexibler geworden. Dennoch habe es Fehler gegeben. Hartz nannte zum Beispiel das Arbeitslosengeld II, das heute 409 Euro für Alleinstehende beträgt. Seine Kommission habe damals schon mit 511 Euro deutlich mehr vorgeschlagen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 09.05.2017 berichtet.

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