Weiße und blaue Hemden mit dem saarländischen Wappen der Polizei. (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Macht die Personalnot Polizisten krank?

Thomas Braun / mit Informationen von Thomas Gerber   30.01.2020 | 17:53 Uhr

Die Zahl der Krankheitstage bei der saarländischen Polizei hat sich im Vergleich zu 2016 stark erhöht. SPD und Gewerkschaft gehen davon aus, dass das auch an der Personalnot liegt.

Im vergangenen Jahr haben sich die Beamten durchschnittlich 17,31 Tage krankgemeldet, sagte die Vorsitzende des Innenausschusses Petra Berg (SPD). 2016 seien es noch 15,9 Krankheitstage pro Beamter gewesen. Diese Zahlen hat das Ministerium in der Sitzung des Innenausschusses am Donnerstag genannt. In den Folgejahren sei das Niveau ähnlich gewesen, einen deutlichen Sprung habe es vor allem von 2018 auf 2019 gegeben.

Historischer Tiefstand beim Personal

Die SPD-Politikerin erklärte, zwar sei jeder Einzelfall zu prüfen, allerdings sei ein Zusammenhang mit personellen Engpässen und der daraus resultierenden Belastung der Beamten naheliegend. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), David Maaß, bestätigte die Entwicklung. Er sagte dem SR, die "Arbeit auf den Dienststellen mache angesichts der Personalnot krank". Trotz der gestiegenen Neueinstellungen erreiche der Personalbestand in diesem Jahr bei der Saarländischen Polizei einen historischen Tiefstand.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist mit der Personalsituation ebenfalls nicht zufrieden. "Die schwierigste Zeit steht uns noch 2020/21 bevor", sagte Sascha Alles, Landesvorsitzender der DPolG. Die angekündigte Erhöhung um 100 Stellen helfe aktuell nicht. Die Gewerkschaft fordert mittelfristig eine Mindestpersonalisierung der Polizei von 3000 Beamten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 30.01.2020 berichtet.

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