Heizöl (Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Energiehandel gegen Verbot von Ölheizungen

Jürgen Rinner / Onlinefassung: Axel Wagner   10.12.2019 | 20:57 Uhr

Der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) hat sich angesichts der Debatte um ein Verbot von Ölheizungen gegen Einschränkungen bei der Wahl des Energieträgers ausgesprochen. Das sei in der Praxis nicht der richtige Weg, um Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zum Klimaschutz zu senken.

Video [aktueller bericht, 10.12.2019, Länge: 3:05 Min.]
Die Energie-Lobby kämpft für die Ölheizung

Klimaschutz ja, aber mit der Ölheizung: Verbote bestimmter Energieträger seien der falsche Weg, um eine rasche Senkung des privaten CO2-Ausstoßes zu erreichen, heißt es vom Verband für Energiehandel, der auch um das eigene Geschäft fürchtet. Aber er sieht sich seit Langem auch als Energieberater der privaten Haushalte. Und die Erfahrung zeige, dass man mit modernen Ölheizungen, energetischer Gebäudesanierung und einer einfachen staatlichen Förderung viel erreichen könne.

Saarland mit höchstem Bestand an Ölheizungen

„Ölheizer sind keine Sünder, sondern die tun was“, sagt Energiehändler Thomas Rundel. Kaum ein Haushalt habe nicht in Einsparmöglichkeiten investiert. Statistiken zeigten eindeutig, dass der Ölverbrauch pro Anlage in den letzten 20 Jahren um rund 45 Prozent zurückgegangen sei.

Das Saarland habe im Vergleich zu den Nachbarbundesländern mit 37 Prozent der Anlagen den höchsten Bestand an Ölheizungen, so der Verband. Rund die Hälfte davon seien älter als 20 Jahre und damit nicht effizient. Dort liege ein Einsparpotential. Die aktuelle Diskussion um Abwrackprämie und Verbote verunsichere die Menschen und halte sie von Investitionen in bestehende Anlagen ab.

VEH fordert Anreize für Modernisierung

„Was wir zunächst einmal erreichen müssen ist, das Effizienzziel nachdrücklich zu verfolgen“, so Verbandsgeschäftsführer Hans-Jürgen Funke. „Das heißt, wir müssen nachdrücklich dafür sorgen, dass die Altbestände der Heizungen auf modernsten Stand werden, das möglichst in Kombination mit erneuerbaren Energien.“ Dabei müsse man die Hürden so niedrig ansetzen, dass Kunden und Hausbesitzer auch bereit sind, das nötige Geld zu investieren.

Der Verband setzt auf CO2-neutrale, synthetische Kraftstoffe. Der Kohlenstoff dafür wird aus der Luft oder aus Biomasse gewonnen. Aber ist die Herstellung energieintensiv und nur sinnvoll mit regenerativen Energieträgern. Die Politik müsse E-Fuels fördern und in die CO2-Berechnungen bei Anlagen und Autos mit einbeziehen. „Es wird höchste Zeit, dass die Politik erkennt, dass das ein Bestandteil der Lösung ist und nicht ein Bestandteil des Problems“, so der Leiter der VEH-Geschäftsstelle Kassel, Jörg Lenk. „Insofern sollte die Politik dem Thema gegenüber auch offen sein. Und der nächste wichtige Schritt wäre, in Brüssel dafür zu sorgen, dass E-Fuels als Lösung bei den Flottenwerten anerkannt werden.“

Der Verband rechnet mit konstanten Ölpreisen. Es sei genug Öl auf dem Markt. Die CO2-Abgabe dürfte den Heizölpreis um rund 4 Cent verteuern.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 10.12.2019 berichtet.

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