Zwei Hunde hinter Gittern (Foto: pixabay / teetasse)

Saarland hilft Tierheimen mit Notfallfonds

Axel Wagner und Daniel Dresen   15.12.2020 | 10:41 Uhr

Die saarländische Landesregierung unterstützt ab Januar Tierheime im Saarland, die von der Corona-Krise hart getroffen wurden, mit Geld aus einem Notfallfonds. Das hat das saarländische Umweltministerium auf SR-Anfrage bestätigt. Unterdessen gibt es auch für das Bertha-Bruch-Tierheim in Saarbrücken eine Lösung.

Insgesamt 80.000 Euro stellt die saarländische Landesregierung ab Januar den Tierheimen zur Verfügung. Unterstützt werden nur Tierschutzvereine, die einen finanziellen Verlust durch die Corona-Pandemie nachweisen können, betont das saarländische Umweltministerium.

Die Hilfen können beim Ministerium mit einem formlosen Schreiben beantragt werden. Darin müssen die Tierschutzvereine den finanziellen Ausfall begründen und die Jahresbilanzen von 2019 und 2020 einsenden. Unabhängig davon verfügt die Tierschutzstiftung Saar über einen sogenannten Feuerwehrfonds in Höhe von 9000 Euro für 2021 für schnelle, unbürokratische Hilfe in Notfällen, teilt das Ministerium mit.

Nach Auskunft des Deutschen Tierschutzbunds im Saarland liegt der finanzielle Schaden der Tierheime in Saarbrücken, Dillingen, Homburg und St. Wendel-Niederlinxweiler sowie dem Katzenhaus St. Ingbert-Oberwürzbach bei insgesamt mindestens 100.000 Euro im Corona-Jahr 2020. Die Tierschützer beklagen einen großen Spendeneinbruch wegen der coronabedingten Absage von Veranstaltungen. "Der Notfallfonds ist eine sehr große Hilfe, auch wenn der Schaden nicht zu 100 Prozent behoben wird", sagt Beatrice Speicher-Spengler, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbunds im Saarland.

Tierbetreuungsvertrag in Saarbrücken

Eine zusätzliche Finanzspritze bekommt das Saarbrücker Bertha-Bruch-Tierheim von den Kommunen im Regionalverband Saarbrücken. Um die Liquidität des Tierheims zu sichern, wollen der Regionalverband und der Tierschutzverein 1924 Saarbrücken, der das Tierheim betreibt, einen Tierbetreuungsvertrag über 115.000 Euro abschließen. Den Weg dafür hat der Kooperationsrat des Regionalverbandes am Freitag einstimmig freigemacht. Die Verbandsverwaltung bestätigte dem SR einen entsprechenden Medienbericht.

Die Städte und Gemeinden der Landkreise Saarlouis und Merzig-Wadern tun das bereits seit 2015 beim Dillinger Tierheim mit einem Konsortialvertrag – ein zeitlich befristeter Vertrag zwischen Partnern eines Konsortiums. Aktuell gehen 97 Cent pro Einwohner an das dortige Heim. Die Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und der Saarpfalz-Kreis unterstützen die Tierheime in Homburg und Niederlinxweiler seit 2017 mit 30 Cent pro Einwohner plus 10.000 Euro pro Landkreis.

REGIONALVERBAND GEHT ANDEREN WEG

Der Regionalverband geht einen anderen Weg. Statt eines Konsortialvertrages, der bereits seit 2017 in der Diskussion war, soll über die Regionalverbandsumlage ein jährlicher Zuschuss auf Grundlage eines Tierbetreuungsvertrages gewährt werden. Dieser soll auch bisherige Regelungen ablösen. Einen entsprechenden Vorschlag hatten die Bürger- und Oberbürgermeister bei einer Besprechung im September dieses Jahres gemacht.

Über dieses Thema hat auch die SR-Sendung "Kiosk" am 15.12.2020 berichtet.

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