Gummistiefel in einer Kita (Foto: dpa)

Starke Nachfrage nach Kita-Notbetreuung

  05.05.2020 | 15:55 Uhr

Zwischen März und April hat sich die Zahl der in Anspruch genommenen Notbetreuungsplätze fast verdoppelt. Nachdem das saarländische Bildungsministerium die Zahl der Plätze auf insgesamt 11.400 erweitert hat, sind Ende April bereits fast ein Drittel davon belegt gewesen.

Im Zuge der schrittweisen Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Lebens verzeichnet das saarländische Bildungsministerium einen steigenden Bedarf an Notbetreuungsplätzen. Waren am 18. März noch 1679 Notbetreuungsplätze belegt, stieg die Zahl bis zum 30. April auf 3783.

Einen ähnlichen Eindruck hat auch der Landkreis Merzig-Wadern. "Der Druck der Arbeitswelt wird an die Eltern weitergegeben. Übers Wochenende sind über 100 neue Anträge eingegangen", teilte das Kreisjugendamt Merzig-Wadern dem SR mit.

Not der Eltern ist groß

In Merzig-Wadern werde versucht, die Anträge innerhalb 24 Stunden zu entscheiden, da die Not der Eltern groß sei. Vor Ort seien in den meisten Einrichtungen noch Platzkapazitäten vorhanden. Der Landkreis betont, dass es sich im wahrsten Sinne des Wortes um eine Notbetreuung handele. Die Anträge von Eltern, die zuhause seien und Erziehungsurlaub genießen oder die Möglichkeit für Arbeit im Homeoffice besäßen, würden abgelehnt.

Einzelfallentscheidungen

Das Bildungsministerium erklärte zum Auswahlverfahren, alle Anträge würden als Einzelfallentscheidungen behandelt. Mögliche Faktoren wie Kindeswohlgefährdung oder der drohende Verlust des Arbeitsplatzes würden berücksichtigt werden.

Die Saar-FDP fordert derweil von der saarländischen Landesregierung ein Konzept für eine schrittweise Öffnung von Kitas, in dem der Wunsch der Eltern nach einer geregelten Kinderbetreuung sowie der Gesundheitsschutz für Kinder und Erzieher in Einklang gebracht werde.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sagte am Dienstag, derzeit würden die Kapazitäten für die Notbetreuung weiter erhöht. Die Teilöffnung müsse der nächste Schritt sein. Vor allem Kinder, die in die Grundschule wechseln, sollten möglichst bald wieder betreut werden. „Je mehr wir auch den Lockdown im Wirtschaftsleben beenden, umso höher ist natürlich der Bedarf auch der Familien, wieder eine Betreuung und Bildungsangebote für die kleinsten Kinder zu erhalten. Familien dürfen nicht auf Dauer Leidtragende der Corona-Krise werden.“

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja