Premierminister Boris Johnson bei einer Debatte im britischen Unterhaus (Foto: picture alliance/Jessica Taylor/House of Commons via AP/dpa)

Etappenerfolg für Gegner eines harten Brexits

  04.09.2019 | 06:58 Uhr

Die Gegner eines harten Brexits haben Premierminister Johnson gestern eine schwere Niederlage zugefügt. Die Opposition brachte gemeinsam mit 21 Abweichlern aus dem Regierungslager die Tagesordnung unter ihre Kontrolle. Damit können die Abgeordneten heute über einen neuen Gesetzentwurf abstimmen.

Großbritannien: Neuwahlen immer wahrscheinlicher
Audio [SR 2, Jochen Marmit / Sabina Matthay, 04.09.2019, Länge: 04:57 Min.]
Großbritannien: Neuwahlen immer wahrscheinlicher

Das Brexit-Drama geht in die nächste Runde: Heute soll ein Entwurf durch das britische Unterhaus gepeitscht werden, der den Weg für ein Gesetz gegen einen No-Deal-Brexit ebnet. Sollten die Abgeordneten den Gesetzentwurf absegnen, will der britische Premierminister Boris Johnson über eine Neuwahl abstimmen lassen.

Auch im Saarland wird man die Entwicklung gespannt verfolgen. Ein harter Brexit wäre ein "Nackenschlag" für die saarländische Industrie, wie es IHK-Geschäftsführer Heino Klingen vor wenigen Tagen formulierte. Vor allem die Autoindustrie, die einen großen Anteil an den saarländischen Exporten ins Vereinigte Königreich hat, würde ein ungeordneter Ausstieg hart treffen.

Machtkampf im Unterhaus
No-Deal-Gegner erzwingen Abstimmung
Der Druck auf Premier Johnson wächst: Er hat die Mehrheit im Parlament verloren und kann aus eigener Kraft keine Neuwahl auslösen. Zudem stimmten die Abgeordneten dafür, heute über eine Brexit-Verschiebung zu debattieren.


Harter Brexit befürchtet
Saar-Wirtschaft zittert vor Boris Johnson [23.07.2019]
Mit der Wahl Boris Johnsons zum Premierminister ist auch die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits wieder ein Stück näher gerückt. Der träfe das Saarland härter als alle anderen Bundesländer. Denn der Anteil Großbritanniens am gesamten Export ist hier besonders hoch. Saarländische Unternehmensverbände fordern zügiges Handeln der Politik.

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