Der Nitratgehalt im Wasser wird über Nitrit bestimmt. (Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)

Hohe Nitratbelastung an sechs Stellen im Saarland

  24.01.2021 | 21:14 Uhr

An sechs Messstellen im Saarland ist in den ersten drei Quartalen im vergangenen Jahr der Schwellenwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser überschritten worden. Das saarländische Umweltministerium teilte dem SR mit, die Nitratbelastung im Grundwasser konzentriere sich auf zwei Regionen.

Von einer Nitratbelastung betroffen sei die Region um Altforweiler und Neuforweiler im Landkreis Saarlouis. Auch der nordwestliche Teil zwischen Wochern und Oberleuken und zwischen Eft und Münzingen/Faha im Landkreis Merzig-Wadern sei belastet, erklärt das saarländische Umweltministerium. In der Summe deute sich in einigen der Messstellen aber ein fallender Trend an.

Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz betreibt für die chemische Bewertung des Grundwassers ein Landesmessnetz mit 63 Messstellen, das sich in diverse Teilmessnetze gliedert. An diesen Messstellen werden regelmäßig Proben entnommen. In den nitratbelasteten Gebieten wurden lokal zusätzlich neun Messstellen hinzugezogen. Lediglich in einer Messstelle würden derzeit steigende Nitratkonzentrationen verzeichnet.

Nitrit ist krebserregend

Vom Nitrat selbst geht laut Umweltministerium nur eine sehr geringe Gefahr für Erwachsene aus. Unter bestimmten Umständen kann Nitrat jedoch teilweise zu gesundheitsschädlichem Nitrit umgewandelt werden. Bei Säuglingen kann Nitrit zu Sauerstoffmangel in lebenswichtigen Organen führen, der sogenannten Blausucht. Bei Erwachsenen kann Nitrit im Magen Nitrosamine bilden, die Krebs erzeugen.

Das meiste Nitrat im Grundwasser kommt nach Angaben des Umweltministeriums aus der Landwirtschaft. Wenn die Landwirte mehr Dünger auf den Anbauflächen verteilen, als von den Kulturpflanzen verwertet wird, kann Nitrat in das Grundwasser gelangen. Die Nitratbelastung aus undichten Kanälen sei hingegen gering, erklärt das Ministerium.

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