Eine Friseurin schneidet einem Kunden die Haare (Foto: picture alliance / Carsten Rehder/dp)

Niedriglohn trotz Vollzeitstelle

  05.10.2020 | 13:29 Uhr

Mehr als 51.000 Vollzeitbeschäftigte im Saarland sind im Niedriglohnsektor tätig. Im Regionalverband Saarbrücken sind es sogar rund 20 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam gemacht.

Trotz 40 Stunden Arbeit pro Woche erzielen über 51.000 Saarländer ein Einkommen unterhalb der Niedriglohnschwelle. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Den stärksten Anteil stellt der Regionalverband Saarbrücken: Hier verdienen rund 19.700 Vollzeitbeschäftigte weniger als 2350 Euro brutto trotz voller Stundenzahl.

Schwindende Tarifbindung als Problem

Dass eine Vollzeitstelle häufig nicht ausreiche, um finanziell halbwegs abgesichert zu sein, sei alarmierend, teilte Marc Steilen, Bezirksvorsitzender der IG BAU Saar-Trier, mit.

Besonders wenig werde in Landwirtschaft, Gebäudereinigung und Floristik gezahlt. Grund dafür sei auch die schwindende Tarifbindung in den betroffenen Branchen. „Je mehr Firmen aus Tarifverträgen aussteigen, desto schlechtere Karten haben die Beschäftigten", so Steilen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.10.2020 berichtet.

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