Produktion in einer Fleischwarenfabrik (Foto: Imago/BeckerBredel)

NGG fordert gültige Tarifverträge bei Kunzler

Karin Mayer   25.06.2021 | 07:21 Uhr

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert das Unternehmen Kunzler Fleischwaren zu Tarifverhandlungen auf. Zuvor war durch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts der bestehende Haustarif bei Kunzler ungültig geworden.

Das Bundesarbeitsgericht hatte der Arbeitnehmervereinigung DHV nach einem jahrelangen Rechtsstreit die Tariffähigkeit aberkannt. Der bestehende Haustarif der DHV mit Kunzler sei damit ungültig, sagt NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister.

Die Beschäftigten in der Fleischbranche hätten nun die Chance auf bessere Arbeitsbedingungen. Die Tarifabschlüsse der DHV hätten zu einem Unterbietungswettbewerb in der Branche geführt. Damit sei jetzt Schluss.

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Billigtarife

Zuvor hatten auch der DGB, die IG Metall und die Gewerkschaft Verdi das Urteil des Bundesarbeitsgerichts begrüßt und von einem wichtigen Schritt gegen die Ausweitung von Billigtarifen gesprochen. Gefälligkeitstarifverträgen werde damit der Boden entzogen.

Anfang 2021 hatte die DHV im Saarland noch einen neuen Manteltarifvertrag sowie einen Lohn- und Gehaltstarifabschluss mit Kunzler vereinbart.

Kunzler will Haustarif beibehalten

Kunzler möchte am ausgehandelten Haustarif festhalten. Der Haustarif sei auch mit den Betriebsräten ausgehandelt worden. Ein Unternehmenssprecher bedauert die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts.

Kunzler Fleischwaren hat nach eigenen Angaben rund 800 Beschäftigte.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.06.2021 berichtet.

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