Schweinehälften passieren ein Kontrollterminal in einem Schlachthof. (Foto: picture alliance / Ingo Wagner/dpa)

Kritik an Arbeitsbedingungen in der Fleischverarbeitung

Karin Mayer / Onlinefassung: Sandra Schick   17.07.2020 | 11:24 Uhr

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten NGG kritisiert die Arbeitsbedingungen in der Fleischverarbeitung im Saarland. Wenn die Produktion von regionalem Fleisch stärker gefördert werden solle, müsse dies an bessere Bedingungen für die Arbeitnehmer geknüpft sein.

Dem SR sagte NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister, mehrere Betriebe nutzten Leiharbeit und Werkverträge. Es gebe nur einen Fleischverarbeiter mit Tarifvertrag. Wenn das Land die regionale Fleischherstellung stärken wolle, müssten auch die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Schluss mit "Hauptsache billig und lecker"

Wenn regionale Schlachtbetriebe Fördermittel oder Ansiedlungshilfen erhalten, müsse der Verzicht auf Werkverträge Grundvoraussetzung sein. Das Landwirtschaftsministerium will die regionale Fleischvermarktung stärken und fördert unter anderem die Ansiedlung eines Schlachtbetriebs in Perl.

NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister sagte, mit dem Motto "Hauptsache billig und lecker" müsse im Saarland endlich Schluss gemacht werden. "Wer den 1-Euro-Fleischkäseweck hochhält, unterstützt weiter Tierleid und auch die Ausbeutung von Menschen. Wir brauchen eine Strategie, damit das Saarland endlich einmal Vorreiter wird."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.07.2020 berichtet.

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