Ein Kellner räumt einen Tisch in einem Restaurant ab. (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

NGG kritisiert Tarifverstöße in der Saar-Gastronomie

  04.08.2021 | 15:10 Uhr

Arbeitszeiten von bis zu 60 Stunden pro Woche und massive Verstöße gegen Tarifvereinbarungen – die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Reihe von Gastronomiebetrieben im Saarland. Hauptgrund dürfte die Corona-Pandemie sein. Die Behörden sind inzwischen informiert.

In insgesamt zwölf Fällen habe man das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) eingeschaltet, teilte Mark Baumeister, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG), dem SR auf Anfrage mit. Die Vorwürfe wiegen schwer: Mitarbeiter sollen bis zu 60 Stunden pro Woche arbeiten, werden nur unter Tarif bezahlt. Hinzu kommt noch akuter Personalmangel.

Corona-Pandemie als Ursache

„Wir haben großes Verständnis für die schwierige Lage der einzelnen Betriebe“, so Baumeister. „Nach wie vor sind viele noch nicht über den Berg, zu viele haben die Corona-Krise nicht überstanden. Aber angesichts des Fachkräftemangels in unserer Kernbranche beobachten wir eine zunehmende Anzahl von Rechtsberatungen mit großer Sorge.“

Verbandsmitglieder ausgenommen

Den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und auch den Bundesverband der Systemgastronomie nimmt Baumeister dabei ausdrücklich aus. „Unser Problem sind hier die Betriebe, die nicht in einem der beiden Arbeitgeberverbände für das Gastgewerbe organisiert sind. Die große Mehrheit der Betriebe arbeitet aus unserer Sicht gesetzeskonform.“

Nach Einschätzung der NGG sind im Saarland rund 50 Prozent aller Gastronomiebetriebe nicht in einem Verband organsiert, etwa 40 Prozent gehören dem Dehoga an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.08.2021 berichtet.

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