Josef Dörr (AfD) (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)

AfD-Wahlkreisliste für Saarbrücken neu gewählt

mit Informationen von Christoph Grabenheinrich   19.01.2022 | 20:45 Uhr

Die AfD hat ihre Wahlkreisliste für Saarbrücken neu gewählt. Platz eins ging an Fraktionschef Dörr, der ohne Gegenkandidat antrat. Die bisherige Liste war vom Landgericht für ungültig erklärt worden.

Die AfD Saarland hat am Mittwochabend zum letztmöglichen Termin eine neue Liste für den Wahlkreis Saarbrücken zur Landtagswahl am 27. März aufgestellt. Dass Josef Dörr ohne Gegenkandidat antrat, wunderte dann doch einige in der Partei. Die anwesenden Parteimitglieder gehörten zum Großteil dem Lager um den Fraktionschef an.

Video [aktueller bericht, 20.01.2022, Länge: 2:26 Min.]
Dörr zum Spitzenkandidaten gewählt

Die Unterstützer seines einstigen Gegenkandidaten Rene Selzer, der die erste, nun aber für ungültig erklärte Wahl, knapp gewonnen hatte, waren der Veranstaltung fern geblieben.

Dörr hatte mit einer einstweiligen Verfügung vergangene Woche vor dem Landgericht Saarbrücken durchgesetzt, dass eine erste Liste mit einem anderen Kandidaten auf dem ersten Platz als ungültig zurückgezogen werden musste.

Liste noch nicht zurückgezogen

Platz zwei der Liste konnte sich der enge Vertraute Dörrs, Dieter Müller sichern. Welche der beiden Wahllisten nun tatsächlich zum Zug kommt, bleibt dabei offen. Bislang, so heißt es aus Parteikreisen, sei die ungültige Liste noch nicht zurückgezogen worden.

Viel Raum für Spekulationen

In der AfD wird nun offen spekuliert, ob Dörrs einstiger Gegenkandidat darauf setzt, dass die erste Liste entweder gar nicht zurückgezogen wird, oder der Berufung dagegen rechtzeitig stattgegeben wird.

"Herr Dörr hatte keinen Gegenkandidaten"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger / Christoph Grabenheinrich, 20.01.2022, Länge: 03:40 Min.]
"Herr Dörr hatte keinen Gegenkandidaten"

Unklar ist auch, ob die zweite Liste nicht ebenfalls angefochten wird. Gleich zu Beginn der Wahlveranstaltung bezweifelte Vorstandsmitglied Boris Gamanov deren Rechtmäßigkeit. Der Bundesverband sei nicht befugt gewesen, dazu einzuladen. Parteichef Christian Wirth geht davon aus, dass auch die zweite Liste angefochten werden dürfte. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.01.2022 berichtet.

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