Ein Smartphone, auf dem eine Werbung für das 9-Euro-Ticket zu sehen ist. (Foto: picture alliance/dpa | Jörg Carstensen)

Grünes Licht für Neun-Euro-Ticket

  20.05.2022 | 11:11 Uhr

Das von der Regierung geplante Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr kann kommen: Der Bundesrat beschloss am Freitag die dafür nötige Änderung des Regionalisierungsgesetzes. Erwerben kann man das Ticket im Saarland bereits ab dem 23. Mai.

Die Bundesländer haben trotz Kritik an der Finanzierung für das Neun-Euro-Ticket gestimmt. Die Länderkammer machte damit nach dem Votum im Bundestag den Weg für die Einführung des Tickets zum 1. Juni frei. Zuvor hatte das Ticket für Streit gesorgt, einige Länder wie etwa Bayern drohten sogar mit einer Blockade im Bundesrat.

Alle Infos zum Neun-Euro-Ticket

Wie funktioniert das Ticket
Verkaufsstart für das Neun-Euro-Ticket
Ab Juni sollen Bürgerinnen und Bürger drei Monate lang für neun Euro monatlich Bus und Bahn nutzen können. Wir erklären, wie das Ticket funktioniert.

Das Rabatt-Ticket soll es von Juni bis August geben, es ermöglicht die bundesweite Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für neun Euro monatlich. Im Saarland wird das Ticket laut SaarVV ab kommenden Montag zu kaufen sein. Erwerben kann man es dann an den Automaten der Saarbahn, der DB und Vlexx. Auch beim Busfahrer ist ein Kauf möglich, sofern das Busunternehmen Zeitkarten über den Bordrechner beim Busfahrer vertreibt.

Video [aktueller bericht, 20.05.2022, Länge: 2:05 Min.]
Neun-Euro-Ticket beschlossen

Zustimmung "unter Schmerzen"

Das Saarland hatte der Einführung des Neun-Euro-Tickets am Freitag "unter Schmerzen" zugestimmt, wie eine Sprecherin des saarländischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Mobilität dem SR mitteilte. Man sehe die Gefahr, "dass ohne die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte strukturelle Erhöhung der Regionalisierungsmittel die Neun-Euro-Ticket-Aktion keine langfristige Wirkung erzeugen wird".

Wissing in der Pflicht

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) stehe jetzt in der Verantwortung, sich an gemachte Zusagen zu halten und mit den Ländern gemeinsam den ÖPNV voranzubringen. "Diese Ticket-Aktion darf nicht nach drei Monaten wirkungslos verpuffen", heißt es aus dem Ministerium.

Streit um finanzielle Unterstützung

Der Bund will als Ausgleich für Einnahmeausfälle durch das günstige Ticket 2,5 Milliarden Euro zahlen. Mit weiteren 1,2 Milliarden Euro sollen die Verluste der Verkehrsanbieter durch die Coronakrise ausgeglichen werden. Das ist aus Sicht vieler Länder jedoch nicht ausreichend - unter anderem wegen der höheren Energiepreise für die Verkehrsbetriebe.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.05.2022 berichtet.

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