Ein Rollstuhlfahrer befährt ohne Barriere einen Regionalzug. (Foto: dpa)

Neun Bahnhöfe sollen barrierefrei werden

  22.12.2018 | 09:23 Uhr

Die Deutsche Bahn plant aktuell, neun weitere Bahnhöfe im Saarland barrierefrei zu machen. Das geht aus einer Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Laut Landesregierung sind hierzulande nur gut ein Viertel der Bahnhöfe barrierefrei.

Demnach hat die Bahn konkrete Pläne für die Bahnhöfe in Bierbach, Blieskastel-Lautzkirchen, Bübingen, Dirmingen, Güdingen, Hanweiler-Bad Rilchingen, Landsweiler-Reden, Ottweiler und Perl. Dafür werden Kosten von etwa 15 Millionen Euro veranschlagt, wobei für den Umbau in Landsweiler-Reden noch keine Kalkulationen vorliegen. In einer Antwort auf eine Anfrage der Linken im Landtag hatte die Landesregierung Ende Mai zudem angekündigt, dass in absehbarer Zeit auch die Bahnhöfe in Auersmacher, Bexbach, Bous, Bubach und Eppelborn barrierefrei werden.

In ihrer Antwort hatte die Landesregierung zudem angegeben, dass zum damaligen Zeitpunkt lediglich 20 der 77 saarländischen Bahnhöfe barrierefrei waren, 25 weitere eingeschränkt barrierefrei. Eingeschränkt heißt, es werden nicht alle Kriterien der Barrierefreiheit erfüllt, beispielsweise Leithilfen für Menschen mit Sehbehinderung.

Ob weitere Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut werden, hängt laut Landesregierung von der Zahl der täglichen Nutzer und den finanziellen Möglichkeiten ab. Der Linken-Abgeordnete Ralf Georgi hält die hohe Zahl nicht-barrierefreier Bahnhöfe im Saarland für nicht hinnehmbar. Er forderte insgesamt mehr Engagement bei der Schaffung von Barrierefreiheit in Land und Bund. Auch der Sozialverband VdK setzt sich für mehr barrierefreie Bahnhöfe ein.

Mehr Bahnkunden im Saarland

Insgesamt hat sich die Zahl der Bahnreisenden im Saarland innerhalb von zehn Jahren um 11,8 Prozent erhöht. Stiegen 2007 noch 82.429 Menschen pro Tag an saarländischen Bahnhöfen ein und aus, waren es im vergangenen Jahr 92.157. Die Bahnhöfe in Güdingen (von 650 auf 1222) und Lusienthal (von 168 auf 349) konnten die Zahl ihrer Gäste in etwa verdoppeln, Lebach sie sogar mehr als verdreifachen (von 476 auf 1512). Größere Rückgänge mussten etwa Brebach (von 3774 auf 1594), Hanweiler-Bad Rilchingen (von 1120 auf 638) und Auersmacher (von 628 auf 250) hinnehmen. Der Hauptbahnhof in Saarbrücken konnte seiner Nutzerzahlen von 21.727 auf 25.202 erhöhen. Das entspricht einer Steigerung von 16 Prozent.

Artikel mit anderen teilen