Andreas Neumann (Die Linke) (Foto: Imago images/Becker&Bredel)

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Neumann

Thomas Gerber   11.11.2019 | 12:05 Uhr

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Linken-Politiker Andreas Neumann auch nach Erlass des Strafbefehls weiterhin zu Unrecht einen Doktortitel führt. Anlass dafür sind zwei Strafanzeigen, die bei der Staatsanwaltschaft beziehungsweise beim Amtsgericht Saarlouis eingegangen sind.

1800 Euro muss der Linken-Politiker Andreas Neumann zahlen – eine Geldstrafe sozusagen auf Bewährung, weil er jahrelang zu Unrecht einen Doktortitel geführt hat. In letzter Minute hatte der ehemalige Linken-Landesvize und aktuelle Saarlouiser Kreischef vor zwei Wochen den entsprechenden Strafbefehl des Amtsgerichts Saarlouis akzeptiert und so eine öffentliche Verhandlung vermieden. Nun aber soll er weiter als falscher Doktor unterwegs sein – die Staatsanwaltschaft prüft.

Doktortitel auf mehreren Seiten

Hintergrund sind zwei Strafanzeigen nebst Anlagen. Die eine ging beim Amtsgericht in Saarlouis ein die andere direkt bei der Staatsanwaltschaft. Im Anhang Internetadressen – unter anderem von einem „Herzensgebet Bous“, der Volkshochschule Merzig und dem Erzbistum Köln. Auf diesen Seiten taucht Neumann jeweils mit seiner Firma CSW als Webmaster auf und zwar einschließlich Doktortitel.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich bei alledem tatsächlich um externe Seiten handelt. Denn nur wenn sich Neumann tatsächlich selbst mit dem falschen Doktor schmücken würde, wäre dies strafbar. Das bloße Entgegennehmen oder Dulden des Titels durch einen Dritten wäre ihm nicht anzulasten. Danach sieht es derzeit aus – die Strafanzeigen gegen Neumann dürften also voraussichtlich ins Leere laufen. Neumanns Verteidiger sagte dem SR, sein Mandant sei aber dennoch bemüht, dort wo er Einfluss habe, den Doktortitel zu löschen. Das Netz aber vergisst bekanntlich nie – das gilt auch für falsche Doktortitel.

Neumann hatte über Jahre zu Unrecht einen Doktortitel geführt. Das Amtsgericht hatte deswegen einen Strafbefehl gegen ihn erlassen, der gegen Zahlung von 1800 Euro zur Bewährung ausgesetzt worden war. Der Strafbefehl war vor zwei Wochen rechtskräftig geworden, nachdem Neumann seinen Einspruch einen Tag vor Beginn des Strafprozesses vor dem Amtsgericht Saarlouis zurückgezogen hatte.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 11.11.2019 berichtet.

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