Eine Gesichtsmaske liegt auf dem Boden.  (Foto: picture alliance/dpa | Alex Rosemberg)

Neue Höchstwerte bei Coronazahlen

  17.11.2021 | 22:06 Uhr

Die Coronazahlen in Deutschland und im Saarland sind auf neue Höchstwerte gestiegen. Das RKI meldete am Mittwoch für das Saarland eine Sieben-Tage-Inzidenz von 227,6. Bundesweit lag der Wert noch einmal deutlich darüber.

642 neue Coronainfektionen meldete das Robert-Koch-Institut am Mittwoch für das Saarland. Das ist der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Am Dienstag waren es noch 126.

Der große Sprung von Dienstag auf Mittwoch lässt sich unter anderem durch den Meldeverzug und die generell niedrigeren Testzahlen am Wochenende erklären. In den am Dienstag gemeldeten Zahlen sind vor allem die Testergebnisse der Menschen enthalten, die am Sonntag per PCR getestet wurden. Entsprechend zeigen die Zahlen von Mittwoch vor allem die Testergebnisse von Montag.

Corona-Inzidenz steigt im Saarland weiter
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.11.2021, Länge: 01:10 Min.]
Corona-Inzidenz steigt im Saarland weiter

Inzidenz im Saarland jetzt bei 227,6

Ausgeglichen wird dieser Wochenend-Effekt in der Sieben-Tage-Inzidenz, die alle neue Fälle pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen angibt. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland erreichte am Mittwoch mit 227,6 den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie.

Am stärksten betroffen im Saarland ist der Kreis Saarlouis mit einer Inzidenz von 326,7. Am niedrigsten ist der Wert im Kreis Neunkirchen.

Saarland bundesweit im Mittelfeld

Bundesweit stieg der Wert auf 319,5. Zwischen den Bundesländern gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Die Spannweite reicht von 107,1 in Schleswig-Holstein bis zu 742,2 in Sachsen. Das Saarland, das lange Zeit einen der niedrigsten Werte bundesweit hatte, liegt nun im Mittelfeld.

Für Donnerstag ist ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung geplant. Dort wird über neue Corona-Beschränkungen beraten. Angesichts dieser Gespräche hat die saarländische Regierung eigene Beschlüsse vorerst aufgeschoben.

Weitere Steigerung erwartet

Das Landeskompetenzzentrum des Gesundheitsministeriums geht von weiter steigenden Coronazahlen im Saarland aus. In ihrem jüngsten Monitoringbericht vom Mittwoch verweisen die Experten darauf, dass der R-Wert derzeit bei 1,21 liegt. Das bedeutet: Im Durchschnitt stecken 100 Infizierte weitere 121 Personen an.

Bildungsministerium empfiehlt Masken in Schulen

Am Dienstag hat das Bildungsministerium allerdings eine "dringende Empfehlung" an die Schulen herausgegeben, in den Schulgebäuden und im Unterricht wieder Masken zu tragen. Mit einer neuen Corona-Verordnung soll aus dieser Empfehlung dann eine Pflicht werden.

Rissland: „Wir waren in der Vergangenheit wahrscheinlich zu sorglos“
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.11.2021, Länge: 05:15 Min.]
Rissland: „Wir waren in der Vergangenheit wahrscheinlich zu sorglos“

Kinder und Jugendliche im Schulalter sind derzeit überproportional von Neuinfektionen betroffen.

Stiko plant Booster-Empfehlung ab 18 Jahren

Das Gesundheitsministerium hat zusätzlich dazu aufgerufen, die Impf- und die Auffrischungsangebote zu nutzen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impf-Auffrischung derzeit unter anderem für über 70-Jährige, deren letzte Impfung mehr als sechs Monate zurück liegt.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) drängt allerdings darauf, die Drittimpfung schon früher zu ermöglichen. In einem Schreiben gemeinsam mit Kassenärzte-Chef Andreas Gassen an die Ärzteschaft weist er darauf hin, dass dieser zeitliche Abstand als Richtschnur zu verstehen sei und nicht tagesgenau eingehalten werden müsse.

"Man kann beobachten, dass die Zahlen auf breiter Front steigen"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Thomas Braun, 17.11.2021, Länge: 03:54 Min.]
"Man kann beobachten, dass die Zahlen auf breiter Front steigen"

Der Vorsitzende der Kommission, Thomas Mertens, sagte im ZDF, dass die Stiko derzeit plane, die Booster-Impfung künftig für alle Menschen ab 18 Jahren zu empfehlen.

Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigelt, hat sich in einem Interview mit der Funkenmediengruppe hingegen dafür ausgesprochen, weiterhin zunächst die vulnerablen Gruppen im Blick zu halten. Das fordert auch der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 17.11.2021.

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