Warnstreik im öffentlichen Dienst (Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Öffentlicher Dienst: Vorsichtige Zuversicht im Tarifstreit

mit Informationen der dpa   01.03.2019 | 12:48 Uhr

Die Verhandlungspartner im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes haben die konstruktive Atmosphäre der Gespräche gelobt. Von einer Einigung sei man aber noch weit enfernt, so der Vorsitzende des Beamtenbundes dbb, Ulrich Silberbach. Gestern hatte in Potsdam die dritte Runde der Verhandlungen begonnen, die auch rund 50.000 Landesbeschäftigte und -beamte im Saarland betreffen.

Zum Auftakt der wohl entscheidenden Verhandlungsrunde hatte es am Donnerstag noch keine Annäherungen zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gegeben. Den größten Raum nahm zunächst die Verständigung auf einen Verhandlungsfahrplan bis zum Wochenende ein, wie es hieß. Ein Durchbruch am Samstag oder Sonntag ist laut den Beteiligten ebenso möglich wie ein Scheitern der Verhandlungen. Dann wären Streiks die Folge.

Die Gewerkschaften fordern für die gut 800.000 Angestellten der Länder sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro monatlich. Die Tarifgemeinschaft der Länder als Arbeitgeber hat bislang kein Angebot vorgelegt. Im Saarland sind rund 50.000 Landesbeschäftigte und -beamte von dem Tarifstreit betroffen.

Strukturelle Forderungen treiben Kosten hoch

Über die normale Lohnerhöhung hinaus wollen die Gewerkschaften Verbesserungen bei der Einsortierung einzelner Gruppen in die Entgeltordnung - etwa zugunsten von Erzieherinnen oder Lehrern. Auch eine Aufstockung um 300 Euro in der Gehaltstabelle für die Krankenpflege gehört zu den Forderungen.

Nach Rechnung des Berliner Finanzsenators Matthias Kollatz (SPD), dem Verhandlungsführer der Länder, machen die strukturellen Forderungen für einzelne Gruppen vier Prozent zusätzlich aus, die zu den sechs Prozent Lohnerhöhung für alle dazukämen. Das sei zu viel, so der derzeitige Chef der Länder-Tarifgemeinschaft TdL.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 01.03.2019 berichtet.

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