Menschen mit Atemmasken laufen durch eine volle Einkaufsstraße in Frankfurt (Foto: imago images/Ralph Peters)

Erweiterte Maskenpflicht und Sperrstunde

  15.10.2020 | 08:22 Uhr

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben Bund und Länder schärfere Corona-Regeln vereinbart. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Aus Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Corona-Pandemie mit unabsehbaren Folgen für Bürger und Wirtschaft verschärfen Bund und Länder die Gegenmaßnahmen in Hotspots. Für eine erweiterte Maskenpflicht soll künftig ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen gelten. Sie soll dort eingeführt werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Unterschied zum öffentlichen Raum
Darum gelten im privaten Bereich andere Corona-Regeln

In Corona-Hotspots mit Inzidenzwerten von mehr als 50 sollen sich künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen. Und sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, sollen sich nur noch bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände im öffentlichen Raum treffen dürfen.

Knackpunkt Beherbergungsverbot

Die neuen Corona-Maßnahmen: "Man hat in diesen Punkten eine bundesweite Einheitlichkeit hergestellt
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Janek Böffel, 15.10.2020, Länge: 03:38 Min.]
Die neuen Corona-Maßnahmen: "Man hat in diesen Punkten eine bundesweite Einheitlichkeit hergestellt

In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern künftig generell zudem auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Bund und Länder rufen zudem Bürger aus Corona-Hotspots auf, auf Reisen zu verzichten. In Städten und Gegenden mit stark steigenden Corona-Zahlen soll es künftig generell eine Sperrstunde um 23.00 Uhr in der Gastronomie geben. Dies soll ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten. Bars und Clubs sollen geschlossen werden. Keinen einheitlichen Kurs gab es beim Thema Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Was halten die Saarländer von den neuen Corona-Regeln
Audio [SR 3, SR 3, 15.10.2020, Länge: 01:02 Min.]
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war mit den Beschlüssen jedoch unzufrieden und kritisierte sie massiv. "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden", sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern. Die Grundstimmung sei, dass sich jedes Land ein "kleines Schlupfloch" suche.

Drei Risikogebiete im Saarland

Im Saarland gelten derzeit die Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und Merzig-Wadern als Risikogebiete. Im Saarpfalz-Kreis liegt die Inzidenzrate derzeit bei mehr als 35 Neuinfektionen, im Regionalverband Saarbrücken und im Landkreis Saarlouis noch darunter.

Ankündigung von Ministerpräsident Hans
Saarland schafft Beherbergungsverbot ab

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 14.10.2020 berichtet.

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