Ein Mädchen zeigt ein Teststäbchen.  (Foto: IMAGO / photothek)

Startschwierigkeiten bei neuen Quarantäneregeln für Schulen und Kitas

mit Informationen von Thomas Gerber   08.09.2021 | 18:09 Uhr

Die neuen Quarantäneregeln für Schulen und Kitas sind im Saarland teilweise mit Schwierigkeiten angelaufen. Nach ersten Irritationen haben die Gesundheitsämter aber eine schriftliche Handlungsempfehlung erhalten, wie Kinder sich nach fünf Tagen mit einem PCR-Test aus der Quarantäne „freitesten“ können.

Kinder und Jugendliche sollen bereits nach fünf Tagen die Quarantäne beenden können, wenn sie einen negativen PCR-Test vorweisen können – diese Regelung hat die Landesregierung am Dienstag für Schulen und Kitas im Saarland beschlossen, nachdem die Bundesregierung den Weg dafür frei gemacht hatte. Vorher mussten Kinder und nicht geimpfte Jugendliche 14 Tage lang zu Hause bleiben.

Startschwierigkeiten bei Quarantäne-Freitestungen
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger/Margreth Kuhn, 08.09.2021, Länge: 03:37 Min.]
Startschwierigkeiten bei Quarantäne-Freitestungen

Doch ausgerechnet im Landkreis Saarlouis, dessen Landrat am Dienstag gemeinsam mit Gesundheits- und Bildungsministerium die gute Nachricht für Kinder, Jugendliche und deren Eltern verkündet hatte, hat es wohl direkt Probleme gegeben.

Vater konnte Kind nicht „freitesten" lassen

Ein Vater, der sein Kind nach sechs Tagen freitesten lassen wollte, scheiterte mit seinem Ansinnen beim Gesundheitsamt, das nach seinen Angaben auf eine fehlende schriftliche Änderung der Coronaverordnung verwiesen haben soll. Der Fall ist im Landratsamt zwischenzeitlich bekannt.

"Wir sind sehr sehr zügig dabei, diese komplexen Sachverhalte umzusetzen"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger / Stephan Kolling, 08.09.2021, Länge: 04:35 Min.]
"Wir sind sehr sehr zügig dabei, diese komplexen Sachverhalte umzusetzen"

Gegenüber dem SR gab es quasi eine indirekte Entschuldigung: Dem Vater sei offenbar eine falsche Auskunft erteilt worden. Auch Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) sagte auf SR-Anfrage, dass fürs Freitesten keine Änderung der Coronaverordnung nötig sei. Um das Prozedere möglichst zu vereinheitlichen, sei im Verlauf des Mittwoch eine schriftliche Handlungsempfehlung an die Gesundheitsämter verteilt worden.

Info-Schreiben für betroffene Eltern

Laut der Saarlouiser Gesundheitsamtsdezernentin Margreth Kuhn bekommen Eltern von betroffenen Kindern ein Informationsschreiben mit Angabe, wann und wo sie ihren Test machen können. Dazu erhielten sie einen Pin-Code, mit dem sie sich im zugewiesenen Testzentrum anmelden können. Sollte der Test negativ ausgefallen sein, erhalte das zuständige Gesundheitsamt eine entsprechende Information und die Quarantäne würde sofort aufgehoben.

Bei Fragen müssen Betroffene sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Die Corona-Hotline des Saarlandes kann über Einzelfälle keine Auskunft geben.

Ein Thema in der „Region am Mittag“ am 08.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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