Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums zieht mit einer Kanüle den Impfstoff aus einer Glasampulle auf. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter)

Ministerium stellt Impfbuchungssystem um

Lisa Krauser / Onlinefassung: Daniel Dresen   08.01.2021 | 20:25 Uhr

Das saarländische Gesundheitsministerium hat eine Bilanz zu seiner bisherigen Impfstrategie gezogen. Ab nächster Woche sollen die bereits angekündigte Warteliste eingeführt werden und ältere Menschen mehr Unterstützung bei der Terminbuchung erhalten.

Am kommenden Montag um 7.00 Uhr soll das jetzige Buchungssystem umgestellt und damit die Warteliste freigeschaltet werden. Jeder, der zur Priorisierungsgruppe eins gehört, also jetzt schon impfberechtigt ist, könne sich dort online registrieren. Das dauere circa zwei Minuten.

Impfprobleme bei Senioren
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 08.01.2021, Länge: 03:01 Min.]
Impfprobleme bei Senioren

Danach bekommen die Impfberechtigten zeitnah einen Termin mitgeteilt – per SMS, E-Mail oder per Brief. Auch eine Registrierung per Hotline ist nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums weiter möglich. Zum Start am Montag müsse allerdings wieder mit längeren Wartezeiten am Telefon gerechnet werden.

Gemeinden in der Pflicht

Ältere Menschen sollen künftig von den saarländischen Gemeinden bei der Buchung unterstützt werden. Das habe man mit dem Städte- und Gemeindetag im Saarland vereinbart. So startet beispielsweise in der Gemeinde Eppelborn am Montag ein Impf-Telefonservice für Bürger ab 80 Jahren. Bürgermeister Andreas Feld erklärte, das Rathaus werde allen Betroffenen schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Vereinbarung von Impfterminen anbieten. Dafür sei auch extra Personal eingeplant. Für immobile Ü-80-Jährige sollen saarlandweit außerdem mehr Transportangebote zu den Impfzentren geschaffen werden.

VdK: Pflegebedürftige nicht vernachlässigen

Am 11. Januar startet ein neues Impfbuchungssystem
Audio [SR 1, (c) Nina Heck, Lisa Krauser, 08.01.2021, Länge: 02:53 Min.]
Am 11. Januar startet ein neues Impfbuchungssystem

Der Sozialverband VdK Saarland begrüßt die Initiative des Gesundheitsministeriums, Menschen über 80 Jahren per Brief über die Anmeldemöglichkeiten zur Corona-Impfung zu informieren. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist gut, dass die Städte und Gemeinden dabei unterstützen. Sie sollten aber so eingebunden werden, dass sie selbst die Terminvergabe übernehmen", sagt der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang. Die Terminvergabe sollte zwischen den Gemeinden und den Impfzentren digital organisiert werden.

Wichtig sei auch, sobald wie möglich pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen unabhängig von ihrem Alter anzuschreiben, da diese zur Risikogruppe zählen. "Bei diesen Menschen herrschen derzeit große Unsicherheit und Angst, vergessen zu werden. Deshalb müssen sie dringend über das für sie vorgesehene Impfverfahren informiert werden. Die häusliche Pflege darf nicht länger vernachlässigt werden", so Lang.

Im Saarland sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 7300 Menschen geimpft worden. Mit einer Impfquote von 6,6 Prozent bei der Priorisierungsgruppe eins liege das Saarland über dem Bundesschnitt von 5,0 Prozent.

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau vom 08.01.2021 berichtet.

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