Das Werk von Neue Halberg Guss in Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

NHG-Leitung erwartet keinen zeitnahen Verkauf

Thomas Braun / mit Informationen von Lars Ohlinger   22.10.2018 | 16:40 Uhr

Die Geschäftsführung von Neue Halberg Guss erwartet - anders als das saarländische Wirtschaftsministerium - keinen kurzfristigen Verkauf des Unternehmens. Bislang gebe es nur "eher vage Absichtserklärungen", ein unterschriftsreifer Vertrag liege noch nicht vor, teilte das Unternehmen am Montag schriftlich mit. Die Produktion steht unterdessen weiter still.

Es gebe zwar Gespräche mit potenziellen Käufern, aber nicht alle seien seriös, heißt es in der Mitteilung der Gesellschaft. Zudem würden sich einige teilweise nur für einzelne "Assets, Maschinen oder Standorte" interessieren. Eine kurzfristige Lösung zeichne sich nicht ab. "Bislang wurden eher vage Absichtserklärungen mit vielen aufschiebenden Bedingungen abgegeben, ein unterschriftsreifer Vertrag liegt noch nicht vor."

Noch vergangene Woche hatte das saarländische Wirtschaftsministerium damit gerechnet, dass ein Verkauf des Unternehmens kurz bevor stehe. Wirtschaftsstaatsekretär Jürgen Barke nannte das Frankfurter Finanzberatungsunternehmen "One Square Advisors" als möglichen Investor. Auch das Saarland wolle sich mit bis zu 40 Millionen Euro an der Rettung der Neuen Halberg Guss beteiligen.

Weiterhin keine Einigung mit Zulieferern

Unterdessen wird bei der Neuen Halberg Guss weiter nicht gearbeitet. Bereits seit einer Woche steht die Produktion still. Sie soll nach Unternehmensangaben zügig wieder angefahren werden. Allerdings verweigern Lieferanten weiterhin die Belieferung, da sie auf eine Bezahlung im Voraus bestehen. Das jedoch lehnt die NHG-Geschäftsleitung "aus kaufmännischen Gründen" ab.

Die Stromversorgung der beiden Standorte des Autozulieferers sei hingegen gesichert. Der Stromanbieter soll zudem Ende des Jahres gewechselt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 22.10.2018 berichtet.

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