Streik bei der Neuen Halberg Guss (Foto: SR/Yvonne Schleinhege)

600 Halberg Guss-Beschäftigte protestierten in Saarbrücken

mit Informationen von dpa   19.09.2018 | 18:35 Uhr

Vor dem Saarländischen Landtag haben am Mittwoch rund 600 Beschäftigte von Neue Halberg Guss für den Bestand ihres Werks demonstriert. Zu der Veranstaltung hatte die IG Metall aufgerufen.

Vertreter von Landesregierung und Landtagsfraktionen sprachen den Beschäftigten ihre Solidarität aus. Im Gespräch mit dem SR verwies Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger auf aktuelle Gespräche zu einem Verkauf des Unternehmens. Zudem stellte die SPD-Politikerin eine Bürgschaft des Landes oder eine Beteiligung in Aussicht.

Video [aktueller bericht, 19.09.2018, Länge: 3:35 Min.]
Neue Halberg Guss: Beschäftigte protestieren in Saarbrücken

Kraft zum Streiken lässt nach
Audio [SR 3, (c) Yvonne Schleinhege, 19.09.2018, Länge: 04:40 Min.]
Kraft zum Streiken lässt nach

Der Automobilzulieferer will das Werk in Leipzig schließen und in Saarbrücken 300 Arbeitsplätze streichen. Deshalb wird seit Mittwochfrüh gestreikt.

"Wir wollen den öffentlichen Druck erhöhen, eine Lösung zu finden", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Saarbrücken, Hans Peter Kurtz. Zudem protestierten die Beschäftigten gegen die Geschäftsführung der NHG, die sich "in einer menschenverachtenden Weise gegenüber den Arbeitnehmern aufführt".Schlichtung gescheitert.

Befürchtungen um Stellenabbau

Am Dienstag hatten bereits mehrere hundert Beschäftigte in Leipzig ihre Arbeit für 24 Stunden niedergelegt. Zu den Streiks hatte die Gewerkschaft IG Metall aufgerufen. Die Geschäftsführung der NHG hatte vergangenen Mittwoch das Schlichtungsverfahren um einen Sozialtarifvertrag für gescheitert erklärt. Jetzt sei ein "Stellenabbau in deutlich größerem Umfang als noch im Juni angenommen" nicht mehr auszuschließen, hieß es.

Im Stammwerk Saarbrücken war ein Abbau von 300 der 1500 Jobs erwogen worden. Nach rund sechs Wochen Streik lief die Schlichtung seit Ende Juli.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 19.09.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen