Innenminister Klaus Bouillon (Foto: BeckerBredel)

Neue Landes-Unterbringungsmöglichkeiten für Ukraine-Flüchtlinge

Denise Friemann / Onlinefassung: Axel Wagner   22.03.2022 | 15:34 Uhr

Damit möglichst viele Flüchtlinge aus der Ukraine im Saarland aufgenommen werden können, hat das Innenministerium in Homburg, Oberthal und Bexbach zusätzliche Unterbringungsstellen eingerichtet. Insgesamt könnten nun gut 1800 Personen untergebracht und auf die Kommunen verteilt werden, sagte Innenminister Bouillon am Dienstag.

Insgesamt können die saarländischen Kommunen 1800 bis 2000 Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen, davon 400 in kommunalen Leerständen, alle anderen in von Privateigentümern zur Verfügung gestellten Räumen. Das teilte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) am Dienstag in der Landespressekonferenz mit.

Video [aktueller bericht, 22.03.2022, Länge: 4:08 Min.]
Mehr Unterbringungsmöglichkeiten für Ukraine-Flüchtlinge im Saarland

Mehr als 2000 Menschen registriert

Das Innenministerium hat nun drei zusätzliche so genannte Dependancen eingerichtet – in Homburg, Oberthal und Bexbach. Inklusive der Landesaufnahmestelle in Lebach können somit gut 1800 Menschen untergebracht und später auf die Kommunen verteilt werden.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wurden schon mehr als 2000 ukrainische Flüchtlinge im Saarland registriert. Damit, so Bouillon, habe das Land schon mehr Menschen aufgenommen, als es laut dem bundesweiten Verteilschlüssel eigentlich muss. Deshalb würden die Geflüchteten eher auf andere Bundesländer verteilt. Das könne sich aber bald ändern.

Neue Landes-Unterbringungsmöglichkeiten für Ukraine-Flüchtlinge
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Denise Friemann, 22.03.2022, Länge: 03:08 Min.]
Neue Landes-Unterbringungsmöglichkeiten für Ukraine-Flüchtlinge

Kritik an zu langsamer Verteilung

Wenn – wie nach aktuellen Schätzungen vermutet – rund eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen, könnte das die Zahlen von 2015 noch übersteigen.

Wie viele Menschen von dort bisher insgesamt im Saarland angekommen sind, ist allerdings unklar, da sich Personen aus der Ukraine nicht registrieren lassen müssen. Zuletzt wurde vor allem die zu langsame Verteilung der Flüchtlinge und ihre mangelnde Versorgung kritisiert. Bouillon sagte, hier habe das Innenministerium für mehr Personal und Ausstattung gesorgt, sodass jetzt 300 Menschen pro Tag registriert werden können.

So können Sie helfen

Angriff auf die Ukraine
Wie Menschen im Saarland den Kriegsflüchtlingen helfen können
Das Saarland bereitet sich auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Über eine spezielle E-Mail-Adresse werden Hilfsangebote und Fragen zur Einreise koordiniert. Mehrere Hilfsorganisationen haben Spendenkonten eingerichtet.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 22.03.2022 berichtet.


22.03.2022, 16:08 Uhr

Hinweis der Redaktion: Ursprünglich hieß es im Beitrag, dass in den neuen Stellen auch Geflüchtete registriert würden. Die Registrierung erfolgt allerdings weiterhin zentral in Lebach.

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