Die Abegeordneten Julia Harenz (SPD, rechts im Bild) und Ute Mücklich-Heinrich (CDU) (Foto: SR Fernsehen)

Plötzlich Landtagsabgeordnete

mit Informationen von Nelly Thelen   31.03.2022 | 19:55 Uhr

Weil es so wenige Parteien in den saarländischen Landtag geschafft haben, kommen auch Kandidatinnen und Kandidaten zum Zug, die damit nicht unbedingt gerechnet hätten. So auch Julia Harenz (SPD) und Ute Mücklich-Heinrich (CDU). Was das für sie bedeutet.

Bei einer Wahl gibt es aussichtsreiche Plätze, bei denen die Kandidierenden damit rechnen, nach der Wahl Abgeordnete zu sein. Und es gibt Plätze, die besetzt werden sollten, aber eigentlich nie eine Chance haben.

So natürlich auch bei der Landtagswahl im Saarland. Doch das Ergebnis, dass nur drei Parteien im Landtag vertreten sind und die SPD eine absolute Mehrheit hat, führt dazu, dass auch eher aussichtslose Plätze in den Landtag einziehen.

Wahl auf aussichtslosem Listenplatz

Eine, die auf einem solchen Platz stand, ist Julia Harenz aus Wallerfangen. Nach ihrem Studium von Mathematik und Sport auf Lehramt arbeitet sie im Rahmen ihrer Promotion an der Universität des Saarlandes. Für die SPD trat sie auf der Kreiswahlliste Saarlouis auf Platz sieben bei der Landtagswahl an, weil sie die Partei im Wahlkampf unterstützen wollte, wie sie sagt.

Der Listenplatz galt als aussichtslos. Zumindest bis zum Wahlabend. Bis klar wurde, dass auch die Grünen es wieder nicht in den Landtag schaffen. Für Harenz bedeutet das, dass sie trotz geringer Chancen doch als Abgeordnete in den Landtag einzieht.

Video [aktueller bericht, 31.03.2022, Länge: 3:29 Min.]
Neue Gesichter im Landtag

Das kam für die sehr unerwartet, sagt die 28-Jährige. "Jetzt muss ich erst mal ganz viel organisieren, und ich glaube, dass ich das auch erst so richtig realisiere, wenn die ganze Organisation drum herum gelaufen ist." So müsse sie klären, was mit ihrer Promotion ist, wie sie da möglicherweise etwas schieben kann, wenn sie öfter im Landtag ist.

Dessen Gebäude habe sie in der Woche nach der Wahl zum ersten Mal in ihrem Leben betreten, sagt Harenz, die bereits mit 19 Jahren für den Ortsrat Wallerfangen kandidierte und fünf Jahre später zur Ortsvorsteherin gewählt wurde. Sie hofft, dass sie in der Fraktion "ein bisschen was bewegen und die Welt hoffentlich ein bisschen besser machen kann".

Wahl mit Plan B in der Tasche

Ebenfalls neu unter den Saar-Abgeordenten ist Ute Mücklich-Heinrich aus Schwalbach. Bei der Landtagswahl trat sie auf Platz vier der CDU-Landesliste an. Weil dem Landtag nur drei Parteien angehören, hat auch sie es in den Landtag geschafft.

Dass es geklappt hat, obwohl es sehr knapp war, "etwa fifty fifty", wie sie sagt, hat Mücklich-Heinrich zwar mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen, aber: "Der Plan B war schon in der Tasche." Wäre sie nicht Abgeordnete geworden, hätte sie einfach in ihrem Beruf weitergearbeitet. Mücklich-Heinrich ist seit mehreren Jahrzehnten als Unternehmensberaterin tätig.

Nach ihrer Wahl will Mücklich-Heinrich ihre beruflichen Erfahrungen in die politische Arbeit einbringen und sich "für eine prosperierende Wirtschaft mit stabilen Rahmenbedigungen, für Startups und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf" einsetzen. Sie habe drei erwachsene Kinder und wisse, was es bedeutet, Job und Familie miteinander zu kombinieren. Ihre Unternehmensberatung will Mücklich-Heinrich auf kleiner Flamme weiter laufen lassen.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 31.03.2022 berichtet.

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