Eine Pflegekraft hält in einem Seniorenheim die Hand einer Bewohnerin (Foto: dpa/Daniel Reinhardt)

30 Prozent mehr Pflegebedürftige bis 2035

  10.09.2018 | 16:07 Uhr

Das Saarland muss sich einer neuen Studie zufolge auf deutlich mehr Pflegebedürftige im Alter einstellen. Nach dem Report des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sind bis 2035 mehr als 53.000 Menschen im Land auf Pflege angewiesen.

Laut IW wird die Zahl der Pflegebedürftigen damit innerhalb von 20 Jahren um 31,4 Prozent ansteigen. Damit liegt das Saarland zwar noch unter der bundesweit prognostizierten Zunahme von 32,7 Prozent, allerdings liegen die Zahlen wesentlich höher als bei bisherigen Schätzungen. Die statistischen Ämter des Bundes und der Länder etwa kamen in ihren Untersuchungen 2010 für das Saarland auf 40.000 Pflegebedürftige bis zum Jahr 2030.

Zukunftsprognosen heute schon erreicht

Diese Zahlen dürften jedoch schon heute erreicht sein. So weist die amtliche Pflegestatistik für 2015 bereits 38.000 Pflegebedürftige im Saarland aus. Rechnet man - wie das IW - noch die Zahlen der Personen "ohne Pflegestufe mit festgestellter eingeschränkter Alltagskompetenz" (Pflegestufe 0) hinzu, waren es 2015 schon 40.500 pflegebedürftige Männer und Frauen.

Von dieser Basis ausgehend rechnet die IW-Studie bis zum Jahr 2035 mit bis zu 53.000 Pflegebedürftigen im Saarland - bei gleichbleibendem Gesundheitszustand der Bevölkerung. Geht man von einem Szenario mit einem verbesserten Gesundheitszustand der Menschen aus, wären es laut IW aber immer noch 50.700 Pflegebedürftige.

Pflegekräfte fehlen

Nach der Studie des IW werden im Jahr 2035 bundesweit rund eine halbe Million Pflegekräfte gebraucht - 44 Prozent mehr als heute. Sie müssen sich dann um geschätzt vier Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland kümmern.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 10.09.2018 berichtet.

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