Markus Uhl und Nadine Schön (Foto: imago images / BeckerBredel)

Alles neu bei der CDU?

  11.10.2021 | 19:58 Uhr

Die beiden prominentesten CDU-Politiker aus dem Saarland ziehen sich zurück, an ihrer Stelle rücken zwei Jüngere in den Bundestag. Doch stehen Markus Uhl und Nadine Schön wirklich für eine Neuausrichtung der Union?

Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier haben vergangenen Samstag angekündigt, ihre Bundestagsmandate aufzugeben. Sie machen den Weg frei für Nadine Schön (38) und Markus Uhl (41), die auf der Landesliste nachrücken. Rund um die CDU ist darum von einem Generationenwechsel und inhaltlicher Neuausrichtung die Rede.

Video [aktueller bericht, 11.10.2021, Länge: 3:21 Min.]
Junge Union begrüßt Generationenwechsel

Dass es einen Neuanfang für die Union brauche, habe das Wahlergebnis gezeigt, sagt Nadine Schön, die von ihrem unverhofften Wiedereinzug in den Bundestag überrascht wurde. "Das war das deutliche Signal der Wählerinnen und Wähler." Die CDU müsse deutlicher klarmachen, für welche Positionen die Partei stehe.

Neuanfang nötig

Auch wenn Markus Uhl und sie bereits über einige Erfahrung in der Bundespolitik verfügten, brächten sie doch Ideen aus einer jüngeren Generation in den Bundestag, sagt Schön: "Genau so muss eine Neuaufstellung sein, dass man Erfahrung und neue Ideen kombiniert."

Johannes Schäfer, Landesvorsitzende der Jungen Union im Saarland, glaubt, dass die beiden Saarländer dabei eine wichtige Rolle spielen können. "Markus Uhl und Nadine Schön sind auch innerhalb der Fraktion Personen, die für die Themen der Zukunft, für Digitalisierung einstehen. Die beiden waren zwar schon im Bundestag vertreten, aber es sind doch junge Köpfe."

Positionierung für den Landtag

Schön und Uhl könnten einen inhaltlichen Wechsel schaffen, sagt Schäfer. Mit ihnen übernimmt die Generation um Ministerpräsident Tobias Hans das Ruder. Der forderte, dass die CDU nach dem Wahldesaster auch einen neuen "Sound" brauche.

Dass aber die beiden Saarländer Uhl und Schön die CDU im Bundestag inhaltlich auf den Kopf stellen, sei eher nicht zu erwarten, sagt der Politikwissenschaftler Dirk van den Boom. "Das sind ja keine Frischlinge, die ganz neue Sachen machen. Ein bisschen Kontinuität kann man erwarten."

Er halte das Manöver, Schön und Uhl statt Annegret Kramp-Karrenbauer und Peter Altmaier in den Bundestag ziehen zu lassen, für einen Teil der Positionierung hinsichtlich der kommenden Landtagswahlen im Saarland, sagt van den Boom. "Man muss sich neu aufstellen, auch neue Gesichter im Lande präsentieren, Bereitschaft zeigen, auch Konsequenzen zu ziehen."

Zumal sich auch die SPD neu sortiert. So soll etwa Josephine Ortleb Stellvertreterin von Anke Rehlinger werden.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 11.10.2021 berichtet.

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