Nanogate (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Nanogate will Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen

mit Informationen von Sarah Sassou   22.06.2020 | 21:20 Uhr

Dem Göttelborner Technologieunternehmen Nanogate droht nach gescheiterten Finanzierungsgesprächen mit den Banken die Zahlungsunfähigkeit. Das Unternehmen will nun umgehend ein Schutzschirmverfahren beantragen.

Das Finanzierungskonzept, das Nanogate mit den Banken verhandeln wollte, habe im Wesentlichen vorgesehen, Tilgungszahlungen für bestehende Darlehen erheblich zu verschieben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Darauf ließen sich die Banken aber offenbar nicht ein.

Ausfälle wegen Coronapandemie

Das Technologieunternehmen mit Sitz in Göttelborn kommt deswegen nun nach eigenen Angaben in Zahlungsnot. Es teilte mit, man werde umgehend Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, beantragen.

Das Unternehmen werde neu strukturiert, Ziel sei die Sanierung. "Wir wollen in den kommenden Wochen ein nachhaltiges Sanierungskonzept erarbeiten", sagte Nanogate-CEO Martin Hendricks. Die finanziellen Schwierigkeiten sind laut Nanogate der Coronapandemie geschuldet. Es habe deswegen Ausfälle gegeben. Hendricks bleibt aber optimistisch, die Krise zu meistern. "Nanogate ist für die Anforderungen unserer Zielmärkte gut positioniert und hat namhafte Kunden in zukunftsträchtigen Geschäftszweigen", so Hendricks.

100 Mitarbeiter in Göttelborn

Nanogate liefert der Autoindustrie zu, das Unternehmen entwickelt und produziert Oberflächen aus Kunststoff und Metall. Erst im Januar hatte Nanogate einen millionenschweren Auftrag für Teile eines Elektroautos erhalten, der weiterhin aktuell ist. Die Vorbereitungen dazu laufen nach Unternehmensangaben.

Insgesamt hat Nanogate 1800 Mitarbeiter, 100 davon in Göttelborn.

Über dieses Thema wurde in den SR-Hörfunknachrichten vom 22.06.2020 berichtet.

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