Auf einer Anzeigetafel am Informations-Center der Deutschen Bahn wird auf einen Streik der Lokführergewerkschaft GDL hingewiesen (Foto: picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

Bahn scheitert erneut vor Gericht - Streik läuft weiter

  03.09.2021 | 14:13 Uhr

Auch mit dem zweiten Versuch, den GDL-Streik gerichtlich zu stoppen, ist die Bahn gescheitert. Das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt lehnte am Freitag in zweiter Instanz eine von der Bahn beantragte einstweilige Verfügung gegen die GDL ab. Auch im Saarland fallen weiter Verbindungen aus.

Nach zwei Niederlagen der Deutschen Bahn vor hessischen Arbeitsgerichten geht der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) weiter.

Der Konzern war nach dem ersten Urteil in die zweite Instanz vor dem Landesarbeitsgericht Frankfurt gezogen. Doch auch dies lehnte am Freitag eine einstweilige Verfügung gegen die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ab.

Im Saarland ist von dem Streik vor allem die Bahnverbindung von Saarbrücken nach Trier betroffen. Dort entfallen zahlreiche Regionalzüge, ebenso auf der S-Bahnstrecke Homburg-Kaiserslautern.

Im Fernverkehr fährt nur etwa ein Viertel der Züge. Die ICE-Verbindung Saarbrücken-Paris ist von dem Streik allerdings nicht betroffen.

Auch teilweise Einschränkungen bei Vlexx

Das Unternehmen Vlexx, das im Saarland einen Teil der Regionalverbindungen bedient, wird selbst nicht bestreikt - allerdings kommt es auch hier teilweise zu Verspätungen und Ausfällen einzelner Haltepunkte. Jeweils aktuelle Informationen gibt es unter www.vlexx.de.

Welche Rechte haben Fahrgäste?

Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass bei Verspätungen von mehr als 60 Minuten oder einem Komplettausfall des Zugs die gesetzlichen Fahrgastrechte gelten und Kunden eine Entschädigung beantragen können.

Zudem hat die Bahn ihre Kulanzregelung erweitert. Wer bereits eine Karte für eine längere Fahrt im Zeitraum vom 2. bis 7. September gebucht hat, kann diese auch noch bis einschließlich 17. September nutzen. Zudem sei die Zugbindung bei Sparpreisen aufgehoben, teilt die Bahn auf ihrer Internetseite mit. Alternativ werden die Karten auch kostenlos erstattet.

Video [aktueller bericht, 01.09.2021, Länge: 2:26 Min.]
Bahnstreik wegen Tarifstreik geht weiter

Ticketerstattung im Nahverkehr bei großer Verspätung

Im Nahverkehr können die vor dem Streikbeginn am Mittwoch gekauften Karten nur dann zurückgegeben werden, wenn der Zug ausfällt oder man sein Ziel mit mindestens 60 Minuten Verspätung erreichen würde.

Dritte Streikrunde

Der aktuelle Streik ist bereits die dritte GDL-Aktion im derzeitigen Tarifstreit. Bereits Mitte und Ende August hatten die Lokführer gestreikt. Davon waren auch Bahnstrecken in und um das Saarland betroffen. Die Bahn wirft der GDL vor, in dem Tarifstreit zu überziehen. Es liege ein verhandlungsfähiges Angebot vor. Sie forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Corona-Prämie und Lohnerhöhung gefordert

Die Gewerkschaft fordert neben einer Corona-Prämie von 600 Euro eine zweistufige Lohnerhöhung von 3,2 Prozent. Die Bahn will die geforderten 3,2 Prozent aber erst später und mit einer längeren Laufzeit umsetzen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.08.2021 berichtet.

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