Ein Rotmilan im Flug (Foto: dpa)

NABU fordert mehr Schutz für Greifvögel

  04.05.2020 | 15:17 Uhr

Der Naturschutzbund (NABU) Saarland klagt über mangelnden Schutz für Greifvögel bei Windrädern. Hier würden die Artenschutzauflagen häufig nicht erfüllt. Zum Schutz der Tiere wurden am Wochenende einige Windenergieanlagen abgeschaltet.

Im Saarland stehen momentan tagsüber 27 von 74 Windrädern still. Laut Umweltministerium wachsen Raps und Wintergetreide derzeit unter vielen Windenergieanlagen nicht hoch und dicht genug. Normalerweise schützt der dichte Bewuchs die Greifvögel. Er verhindert, dass etwa der Rotmilan auf die Jagd nach Mäusen geht.

Der Betrieb der Windkraftanlagen wird laut Ministerium normalerweise nur mit Auflagen zum Bewuchs genehmigt. "Dass bei mehr als einem Drittel der überprüften Anlagen die Auflagen nicht erfüllt wurden, zeigt, dass es sich nicht nur um einzelne schwarze Schafe handeln kann", so die NABU-Landesvorsitzende Julia Michely.

Schon 2017 hatte es im Zusammenhang mit einem Rotmilan in Schmelz ähnliche Kontrollen gegeben. Schon damals wurden viele Anlagen vorübergehend tagsüber stillgelegt.

"Altanlagen müssen nachgerüstet werden"

Im Nordostsaarland bestünden für ältere Anlangen nicht einmal Artenschutzauflagen für den Rotmilan. Deshalb fordert die NABU-Landesvorsitzende Michely Nachbesserungen. Das sei auch im Bliesgau wichtig. Der Bliesgau gilt nach Kriterien des NABU als Important Bird Area. Also als wichtig für den Arten- und Biotopschutz speziell für Vögel.

Kritik vom Bundesverband Windenergie Saar

Der Bundesverband Windenergie Saar hatte dem Umweltministerium vorgeworfen, mit der Abschaltung von Windrädern den Artenschutz gegen den Klimaschutz auszuspielen. Außerdem sei es kein wirksamer Artenschutz, Windräder abzustellen.

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