Die Firma MTD in Saarbrücken-Bübingen (Foto: SR / Sandra Schick)

Betriebsrat: Kaum Hoffnung für MTD-Standort Bübingen

Mirko Tomic   20.11.2019 | 18:07 Uhr

Der US-amerikanische Gartengerätehersteller MTD hat am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung bestätigt, dass in der Region bis zu 195 Stellen abgebaut werden: 160 in Saarbrücken, 35 im pfälzischen Hornbach. Gewerkschafter halten den Standort Bübingen dann für kaum überlebensfähig.

Video [aktueller bericht, 20.11.2019, Länge: 4:06 Min.]
Betriebsversammlung bei der angeschlagenen MTD

Zwar hält das Management daran fest, dass die Saarbrücker Europazentrale des Gartengerätehestellers MTD trotz des radikalen Stellenabbaus bestehen bleibt. Doch die Belegschaft macht sich keine großen Hoffnungen mehr. Denn Teile des familiengeführten US-Unternehmens wurden bereits an den Branchenriesen Stanley Black und Decker verkauft. Darüber hinaus steht eine komplette Übernahme in nächster Zeit im Raum.

Der Betriebsratsvorsitzende Hans-Dieter Schneider sieht jedenfalls keine Chance mehr für das Überleben des Standorts. Seine Vermutung: MTD mache sich als Braut für den Käufer schön und baut ab, was geht, um die Kosten zu reduzieren. Auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Detlef Breier bezweifelt, dass MTD nach dem jetzt geplanten Abbau von 195 Stellen als Unternehmen hier vor Ort überhaupt noch handlungsfähig sei.

Verhandlungen über Sozialplan

Umsatzeinbruch beim Gartengerätehersteller
MTD baut 160 Stellen in Bübingen ab

Die Gewerkschaft IG Metall sieht schwere Versäumnisse bei der Produktentwicklung und eine Reihe von falschen Entscheidungen des Managements als Gründe für die jetzige Lage. An der Belegschaft könne es nicht liegen, die habe in den letzten Jahren auf vieles verzichtet und motiviert weitergearbeitet, um ihre Jobs zu sichern.

Seit Mittwoch laufen Sozialplanverhandlungen. Der Betriebsrat verlangt zunächst einmal das Zukunftskonzept zu sehen, mit dem MTD ein Überleben nach dem radikalen Personalabbau in Saarbrücken sichern will.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 20.11.2019 berichtet.

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