Die Innenstädte füllen sich langsam wieder, vor allem mit verteilten Warteschlangen vor besonders beliebten Geschäften. (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Bund und Länder diskutieren über Wegfall der Corona-Beschränkungen

  16.02.2022 | 06:30 Uhr

Am 20. März könnten in Deutschland alle tiefgreifenden Corona-Beschränkungen wegfallen. Das sieht jedenfalls ein Drei-Stufen-Plan vor, den Bund und Länder beim heutigen Corona-Gipfel diskutieren wollen. Die Maskenpflicht könnte aber noch länger bestehen bleiben.

Der Plan, der am Montag bekannt wurde, sieht in drei Stufen weitgehende Lockerungen der Corona-Maßnahmen bis zum 20. März vor. Er soll heute beim Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern beraten werden. Beschlossen ist bislang davon aber noch nichts. Deshalb ist auch noch unklar, was davon im Saarland umgesetzt werden könnte.

Die Staatskanzlei wollte sich auf SR-Anfrage noch nicht zu Einzelheiten der Beschlussvorlage äußern, da die Beratungen erst heute stattfinden. Im Saarland habe man während der gesamten Coronapandemie nach dem Grundsatz gehandelt "so viele Einschränkungen wie nötig und so viel Freiheit wie möglich". Dadurch könne man an die jeweilige Lage angepasst handeln.

Das sieht der Plan vor

Der erste Schritt der Lockerungspläne aus der Beschlussvorlage sieht private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene statt mit bisher zehn Personen, wie es aktuell auch im Saarland gilt, für bis zu 20 Personen vor. Die Zahl ist allerdings bislang nicht fix, kann sich also noch ändern. Auch ein möglicher Termin für diesen Schritt steht noch nicht fest.

Im Einzelhandel soll zudem künftig bundesweit gelten, was im Saarland sowieso schon der Fall ist: keine Zugangsbeschränkungen mehr.

3G in Restaurants und Hotels

Der zweite Lockerungsschritt ist in der Beschlussvorlage für den 4. März festgesetzt. Ab dann soll in der Gastronomie die 3G-Regelung gelten, das heißt, auch Ungeimpfte könnten dann mit einem aktuellen Test wieder ins Restaurant. Bislang ist hier im Saarland 2G-Plus vorgeschrieben.

"Auch die Maskenpflicht könnte wegfallen"
Audio [SR 1, Evi Seibert, 16.02.2022, Länge: 02:01 Min.]
"Auch die Maskenpflicht könnte wegfallen"

Discos sollen öffnen dürfen

Dasselbe soll auch für Hotels und andere Übernachtungsangebote gelten. Discos und Clubs sollen mit 2G-Plus-Regel wieder öffnen können – also nur für Geimpfte und Genesene mit Test oder Auffrisch-Impfung.

Auch sollen in diesem zweiten Schritt wieder mehr Menschen zu überregionalen Großveranstaltungen zugelassen werden, wobei aber die Obergrenzen vorerst bestehen bleiben sollen. Zahlen nennt die Beschlussvorlage hier nicht.

Im Saarland gibt es nach der aktuellen Corona-Verordnung für Veranstaltungen bis 2000 Personen keine Auslastungsbeschränkungen. Darüber hinaus gilt im Innenbereich eine Obergrenze von 30 Prozent Auslastung, maximal 4000 Personen. Im Außenbereich liegt die Grenze bei 50 Prozent oder maximal 10.000 Personen.

Schlusspunkt am 20. März

Ab dem 20. März sollen dann alle tiefergreifenden Schutzmaßnahmen wegfallen, also auch Kontakt- und Zugangsbeschränkungen und verpflichtende Homeoffice-Regelungen. Arbeitgeber können Homeoffice aber weiterhin anbieten.

Niedrigschwellige Schutzmaßnahmen, insbesondere die Maskenpflicht in Innenräumen und im ÖPNV, sollen beibehalten und je nach Infektionslage angepasst werden.

Bayern hat Lockerungen schon beschlossen

Einen Tag vor der Konferenz hat Bayern bereits in Eigenregie umfangreiche Lockerungen für den Freistaat beschlossen. Unter anderem gilt in vielen Bereichen, für die bisher 2Gplus galt, ab Donnerstag die 2G-Regel. Das betrifft etwa Kultur- und Sportveranstaltungen, öffentliche und private Veranstaltungen, Messen, Kongresse, Tagungen und etliche Freizeiteinrichtungen.

Für Restaurants und Hotels gilt in Bayern vorerst weiter die 2G-Regel. Im Kabinettsbeschluss wird aber auch hier eine Lockerung zu 3G gefordert - allerdings bundesweit. 

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 16.02.2022.

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