Computertaste mit der Aufschrift Homeschoolin (Foto: picture alliance/chromorange)

Schüler mit Förderbedarf zu wenig im Fokus

  06.09.2020 | 08:42 Uhr

Der Verein Miteinander Leben Lernen (MLL) hat die Landesregierung dazu aufgefordert, bei der Digitalisierung im Bildungsbereich die Schüler mit Förderbedarf stärker miteinzubeziehen. Der Lockdown im Frühjahr habe die Verschärfung der Bildungsbenachteiligung deutlich gemacht. Dem müsse entgegengesteuert werden.

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen beim Homeschooling häufig nicht die notwendige Unterstützung erhielten. „Vielfach hing es von der Kreativität und dem Engagement einzelner Lehrer und Lehrerinnen ab, ob diese Schüler im Homeschooling mit entsprechendem Lernmaterial versorgt wurden“ sagte MLL-Geschäftsführer Matthias Warken.

Unter dem Motto „Digitalisierung ja – aber inklusiv“  fordert der Verein daher die Anpassung und Weiterentwicklung der Konzepte des Homeschoolings und die Umsetzung des Digitalpaktes unter Berücksichtigung der besonderen Bedarfe von Schülern mit Förderbedarf.

„Stehen vor großen Herausforderungen“

Zwar begrüße man die Bereitstellung von 12.000 Tablets in den Schulen, allerdings bräuchten Schüler mit Behinderung häufig technisches Material mit besonderer Anpassung. „Allgemeine Ausleihgeräte sind dann keine Option, wenn Hard- und Software nicht barrierefrei und den individuellen Bedarfen angepasst sind“, betonte Warken.

Außerdem fordert MLL didaktische Konzepte, die auch im Homeschooling die unterschiedlichen  Lernstände und die individuelle Lern- und Bearbeitungsgeschwindigkeiten berücksichtigten. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, inklusive Bildung auch unter den derzeitigen Pandemiebedingungen weiterzuentwickeln. Digitalisierung und Homeschooling dürfen dabei nicht zu Barrieren für Schüler mit Beeinträchtigung werden“, so Warken.

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