Eine Uhr zeigt fünf vor zwölf über einem Schild mit der Aufschrift Betriebsrat (Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpa)

Beschäftigte müssen mitreden können

  02.11.2019 | 09:05 Uhr

Die Arbeitskammer fordert mehr Mitbestimmung für Beschäftigte in Betrieben. Nur noch jeder Dritte arbeite in einem Unternehmen mit Betriebsrat, auch die Tarifbindung sei deutlich zurückgegangen. Gerade angesichts der derzeitigen Veränderungsprozesse in der Wirtschaft sei das eine "dramatische Entwicklung".

Nur noch 32 Prozent der Beschäftigten in der saarländischen Privatwirtschaft haben einen Betriebsrat in ihrem Unternehmen, wie aus einer Antwort auf eine Landtagsanfrage der Linkspartei hervorgeht. Zur Jahrtausendwende war es noch mehr als jeder Zweite. Zeitgleich sank auch die Tarifbindung von 72 Prozent auf 57 Prozent.

Bei Zukunftsfragen mit an den Tisch

Für die Arbeitskammer ist das eine bedenkliche Entwicklung - insbesondere angesichts der großen Umwälzungen in der Wirtschaft. "Wenn Zukunftsthemen der Arbeitswelt diskutiert werden, gehören die Interessenvertreter der Beschäftigten und die Gewerkschaften mit an den Tisch", sagte der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer, Jörg Caspar.

Caspar fordert, dass sich die Landesregierung für mehr Mitbestimmung einsetzt. Sie müsse systematisch ihre Möglichkeiten nutzen, "von den Unternehmen die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Mitbestimmung einzufordern."

Schwerer Kampf für bessere Bedingungen ohne Betriebsrat

Auch die Linkspartei im Landtag sieht Handlungsbedarf. "Für Beschäftigte wird es immer mehr zum Normalfall, ohne betriebliche Mitbestimmung und ohne Tarifbindung arbeiten zu müssen", sagte der Abgeordnete Jochen Flackus. "Wo es keinen Betriebsrat gibt, wird auch der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung schwer."

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