Rückseite der Hohen Domkirche zu Trier und ein Teil des Kreuzgangs. (Foto: picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Missbit unzufrieden mit Aufarbeitungskommission

Steffani Balle / Onlinefassung: Axel Wagner   01.12.2021 | 18:41 Uhr

Die Opfer-Initiative Missbit ist unzufrieden mit der Arbeit der unabhängigen Aufarbeitungskommission zur Aufklärung von Missbrauchsfällen im Bistum Trier. Der Initiative geht die Arbeit zu langsam voran.

Die unabhängige Aufarbeitungskommission hatte im Juni ihre Arbeit aufgenommen und sich vorige Woche erstmals mit Vertretern der Initiative für Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit) getroffen.

Insbesondere das Tempo der Aufklärung ist dem Opferverein ein Dorn im Auge. Die angepeilten drei bis sechs Jahre seien viel zu lang für die Opfer, die teilweise schon zehn Jahre und länger auf Entschädigung warten. Im Mai hatte die Initiative den Rücktritt von Bischof Stephan Ackermann gefordert, weil dieser im Zusammenhang mit Missbrauchsbetroffenen von "Aktivisten" gesprochen hatte.

Kommission will vertraulichen Austausch

Um die Aufklärung zu beschleunigen, hatten Vertreter von Missbit der Kommission ihre Mitarbeit angeboten. Sie hätten den direkteren Draht zu den Opfern und könnten diese davon überzeugen, der Aufarbeitungskommission als Zeugen zur Verfügung zu stehen.

Das habe die Kommission aber abgelehnt, so ein Sprecher von Missbit. Kommissionssprecher Gerhard Robbers rechtfertigte die Entscheidung. Das Vorgehen sei mit der Bundesregierung und den übrigen 27 Bistümern in Deutschland abgestimmt und einheitlich. Dennoch wolle man im Austausch mit der Opfervereinigung bleiben – das aber vertraulich, nicht über die Medien kommuniziert.

Das Bistum selbst wollte sich zu den Vorwürfen von Missbit nicht äußern.

Missbit unzufrieden mit Aufarbeitungskommission
Audio [SR 3, (c) Steffani Balle, 01.12.2021, Länge: 00:57 Min.]
Missbit unzufrieden mit Aufarbeitungskommission

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.12.2021 berichtet.

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