Schild mit der Aufschrift 2G Plus Regel, Geimpft Genesen und Getestet (Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie)

Ab Donnerstag verschärfte Corona-Regeln im Saarland

  30.11.2021 | 18:35 Uhr

Aufgrund der angespannten Pandemie-Lage hat der Ministerrat am Dienstagabend die Corona-Maßnahmen im Saarland wie erwartet verschärft. Die neue Verordnung tritt am Donnerstag in Kraft und sieht - wie bereits von Ministerpräsident Hans angekündigt - mehr 2G- und 2G-Plus-Regelungen sowie Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte vor.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte die deutlichen Verschärfungen bereits am Montag bei seiner Regierungserklärung angekündigt, am Dienstagabend folgte der Beschluss des Ministerrats. Die neue Verordnung tritt ab dem 2. Dezember im Saarland in Kraft. Außnahmen gelten jeweils für Personen mit medizinischer Kontraindikation, Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben und minderjährige Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig an den Testungen in der Schule oder Kita teilnehmen.

Maskenpflicht

Auch im Außenbereich des öffentlichen Raums muss bei einer Unterschreitung des Mindestabstandes von 1,5 Meter eine Maske getragen werden. Für Kunden, Teilnehmende und Besuchende entfällt die Maskenpflicht nur noch in Einzelfällen, z.B. zum Konsum von Speisen und Getränken, beim Sportbetrieb und für Tätigkeiten, bei denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht möglich ist, wie schwimmen oder in der Sauna. Für das Personal entfällt die Ausnahmemöglichkeit von der Maskentragepflicht.

Ab Donnerstag gelten verschärfte Corona-Regeln
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 30.11.2021, Länge: 02:40 Min.]
Ab Donnerstag gelten verschärfte Corona-Regeln

Kontaktbeschränkung

Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte auf den eigenen Haushalt und zusätzlich höchstens eine weitere nicht zum Haushalt gehörende Person. Von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen sind Minderjährige und Personen mit medizinischer Kontraindikation. Auch Verwandte in direkter Linie sowie Ehe- und Lebenspartner und Lebenspartnerinnen sind davon ausgenommen.

Clubs und Discos müssen schließen

Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos ist der Betrieb von Clubs und Diskotheken untersagt. Das hatte der Ministerrat bereits am Dienstagmittag beschlossen.

2G im Außenbereich gilt bei:

  • Besuch von Freizeitparks und anderer Freizeitaktivitäten
  • Teilnahme an kulturellen Betätigungen in Gruppen
  • Teilnahme am Freizeit- und Amateursportbetrieb (Sport alleine und Sport mit eigenem Hausstand ist von 2G-Regelung ausgenommen)
  • Besuch des Wettkampf- und Trainingsbetriebes, des Freizeit- und Amateursports sowie des Berufs- und Kadersports als Zuschauer
  • Besuch eines Gaststättengewerbes
  • Besuch von Veranstaltungen

2G im Innenbereich gilt bei:

  • Besuch von Ladenlokalen, die nicht der Grundversorgung dienen (tritt erst nach Übergangsfrist am 6. Dezember 2021 in Kraft)
  • Betrieb von Fahrschulen, Fahrlehrerausbildungsstätten und sonstigen im fahrerischen Bereich tätigen Bildungseinrichtungen
  • Betrieb von Flugschulen
  • berufliche Aus-, Weiter- und Fortbildungsangebote
  • Integrationskurse
  • Erste-Hilfe-Kurse
  • Ausbildung und Prüfung von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern
  • Betrieb von Hundeschulen

2G plus gilt bei:

  • Gastronomie und Hotellerie (ausgenommen sind Rastanlagen an Bundesautobahnen und gastronomische Betriebe an Autohöfen)
  • körpernahe Dienstleistungen
  • Besuch von Freizeitparks und anderer Freizeitaktivitäten im Innenbereich
  • Teilnahme an kulturellen Betätigungen in Gruppen im Innenbereich
  • Besuch von Schwimm- und Spaßbädern, Thermen und Saunen im Innenbereich
  • Teilnahme am Freizeit- und Amateursportbetrieb einschließlich des Betriebs von Tanzschulen sowie der Betrieb von Fitnessstudios und vergleichbaren Sporteinrichtungen im Innenbereich (Ausnahme für Profisportler)
  • Besuch des Wettkampf- und Trainingsbetriebs, des Freizeit- und Amateursports sowie des Berufs- und Kadersports als Zuschauer im Innenbereich
  • Besuch von Spielhallen und Spielbanken sowie von Wettannahmestellen privater Anbieter im Innenbereich
  • Besuch von Museen, Theatern, Konzerthäusern, Opern und Kinos
  • Teilnahme an öffentlichen sowie privaten Veranstaltungen im Innenbereich; eine Nachweispflicht besteht nicht bei dienstlich, betrieblich, betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlich veranlassten Veranstaltungen und Zusammenkünften von Betrieben und Einrichtungen, die jeweils geltenden Hygienevorschriften sind einzuhalten
  • Außerschulische Bildungsveranstaltungen im privaten und öffentlichen Bereich
  • künstlerischer Unterricht
  • Inanspruchnahme von sexuellen Dienstleistungen und des Prostitutionsgewerbes

Bund-Länder-Runde am Donnerstag

Bund und Länder wollen am Donnerstag über weitere Corona-Verschärfungen beraten. Dabei geht es auch um eine allgemeine Impfpflicht. Das ist nach Angaben von Regierungssprecher Seibert ein Ergebnis der Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage. Zuvor hatte sich nach Agenturberichten auch der designierte Bundeskanzler Scholz dafür ausgeprochen, dass der Bundestag ohne Fraktionszwang über eine allgemeine Impfpflicht abstimmt.

Außerdem planen Bund und Länder demnach härtere Corona-Maßnahmen wie zusätzliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Einzelheiten sollen bis übermorgen ausgearbeitet werden, um dann gemeinsame Beschlüsse zu fassen.

"Entschlossene Kraftanstrengung"

"Wir sind uns einig, dass es eine gemeinsame und entschlossene Kraftanstrengung braucht, um die Welle zu brechen", sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). "Die Ziele, wie wir das erreichen wollen, liegen auf der Linie, die wir im Saarland bereits eingeschlagen haben: Die Impfkampagne beschleunigen, umfangreiche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und die Ausweitung der 2G bzw. 2G+ Regeln", so Hans weiter.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.11.2021 berichtet.

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