Eine Schülerin einer 4. Klasse hebt im Unterricht die Hand. (Foto: picture alliance/dpa | Gregor Fischer)

Präsenzunterricht nach Pfingstferien

mit Informationen von Florian Mayer   18.05.2021 | 16:19 Uhr

Alle saarländischen Schulen werden nach den Pfingstferien in den täglichen Präsenzunterricht zurückkehren. Das hat Bildungsministerin Streichert-Clivot angekündigt.

Täglicher Präsenzunterricht im Vollbetrieb unter strikten Hygiene- und Schutzmaßnahmen ab dem 31. Mai an allen Schulen: So lautet die Ankündigung der saarländischen Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Voraussetzung dafür ist eine saarlandweite Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Sollte die Sieben-Tages-Inzidenz in Kreisen allerdings an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder über 100 steigen, greifen dort die noch bis Ende Juni geltenden Regeln der Bundesnotbremse.

Das hieße: zurück in den Wechselunterricht, ab einem Wert von über 165 auch wieder Schulschließungen.

Video [aktueller bericht, 18.05.2021, Länge: 2:20 Min.]
Reaktionen: Präsenzunterricht nach Pfingsten

Masken, Lüften und Tests bleiben Pflicht

Mit Blick auf die Hygiene- und Schutzregeln erklärte die Ministerin, daran habe sich nichts geändert. Das Tragen medizinischer Masken, regelmäßiges Lüften und zwei Corona-Tests pro Woche für alle in der Schule seien weiterhin verpflichtend.

Für Schüler, deren Eltern oder die selbst Corona-Tests verweigern, gelte weiterhin Heimunterricht, betonte Streichert-Clivot.

Video [aktueller bericht, 18.05.2021, Länge: 3:23 Min.]
Schulöffnung nach Pfingsten

Skepsis bei GEW und VRB

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft äußerte sich skeptisch gegenüber der vom Ministerrat geplanten direkten Rückkehr zur Vollpräsenz nach den Pfingstferien. Die vom RKI empfohlenen Inzidenzwerte von 50 für sichere Schulöffnungen würden noch deutlich überschritten, so die GEW.

Die Gewerkschaft forderte zudem, dass bei der Rückkehr zur Vollpräsenz die jeweiligen Rahmenbedingungen der Schulen vor Ort, wie Raumkapazitäten, Klassenstärken und Ganztagsangebote, berücksichtigt werden. Außerdem müssten zunächst alle aktiven Lehrkräfte und Angestellte im pädagogischen Bereich geimpft werden.

Auch der Verband Reale Bildung (VRB) kritisiert die Pläne. "Leider wird erneut der Gesundheitsschutz von in Schule Tätigen und Lernenden außen vorgelassen", so die VRB-Landesvorsitzende Karen Claassen. Der Wechselunterricht habe sich eingespielt, man habe positive Erfahrungen damit gemacht.

Initiative fordert Verstärkerbusse und Luftreiniger

Die Landeselterninitiative für Bildung begrüßte angesichts der niedrigen Infektionszahlen in den Schulen grundsätzlich die Rückkehr in den Präsenzunterricht der ganzen Klasse. Das sei besonders für diejenigen Schülerinnen und Schüler wichtig, die am meisten von einem intakten Sozialumfeld in den Schulen profitieren und die eine intensive persönliche Unterstützung seitens der Schule benötigen.

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Bedingungen
Audio [SR 3, Studiogespräch: Dorothee Scharner/Florian Mayer, 18.05.2021, Länge: 02:24 Min.]
Die Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Bedingungen

Die Initiative forderte zugleich, dass im ÖPNV wieder Verstärkerfahrten organisiert werden, und appellierte an die Schulträger, die Mittel, die das Land für Luftreinigungsgeräte bereitstellt, auch tatsächlich für alle Klassen, die nicht gut gelüftet werden können, in Anspruch zu nehmen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.05.2021 berichtet.

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