Der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel (Liberale) ist im Gespräch mit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) bei ihrem ersten offiziellen Besuch in Luxemburg im Staatsministerium. (Foto: picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Saarland und Luxemburg wollen Zusammenarbeit ausbauen

  12.01.2023 | 15:26 Uhr

Bei ihrem Besuch in Luxemburg haben die saarländische Ministerpräsidentin Rehlinger und Premierminister Bettel konkrete Felder ausgemacht, wo die beiden Länder enger zusammenarbeiten wollen. Dabei geht es unter anderem um eine bessere Bahn-Anbindung zwischen beiden Ländern und um Verbesserungen beim Homeoffice.

Luxemburg und das Saarland wollen in diesem Jahr einen konkreten Fahrplan erarbeiten, wie sie ihre Beziehungen noch weiter ausbauen können. „Die Beziehungen zum Saarland sind sehr gut, wir haben aber noch immer Potenzial, um sie zu vertiefen“, sagte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel am Donnerstag beim ersten offiziellen Besuch der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD).

Bettel: „Nicht nur Blabla, sondern Konkretes“

Als Beispiele nannte Bettel die Bereiche Verkehr, Wissenschaft, Ausbildung und Forschung. „Und wir möchten Konkretes, nicht nur Blabla, sondern Konkretes“, sagte Bettel.

Bis Ende des Jahres sollen zu bestimmten Themen Vorschläge erarbeitet werden, um 2024 in einer gemeinsamen Kabinettssitzung darüber zu befinden. Rehlinger sagte, man prüfe, wie man die guten Beziehungen „strategisch noch etwas besser zu unserem beiderseitigen Nutzen ausbauen“ könne.

Raus aus dem „Bermuda-Dreieck“

„Da geht es auch um ganz konkrete Arbeits- und Lebensbedingungen“, sagte sie. Es gehe aber auch um die Weiterentwicklung bei Wirtschaft, Forschung und Verkehr. Beide Länder wollen sich etwa für eine bessere Anbindung Luxemburgs an den Schnellverkehr der Deutschen Bahn einsetzen. Bettel sagte, er sehe Luxemburg als „Bermuda-Dreieck“ im Fernverkehr mit Deutschland.

Dazu müssten allerdings auch grenzüberschreitende Verbindungen nahtlos funktionieren. „Wir können nicht den Leuten sagen ‚Ihr müsst auf das Privatauto verzichten‘, wenn es keine guten Verbindungen gibt.“

Verbesserungen beim Homeoffice

Wichtig sei außerdem eine Verbesserung der Homeoffice-Regeln für deutsche Pendler. Bislang dürfen deutsche Grenzgänger, die in Luxemburg arbeiten, maximal 19 Tage pro Jahr im Homeoffice arbeiten, ohne in Deutschland Steuern zahlen zu müssen. „Wir wollen gemeinsam dafür werben, dass sich an dieser Situation etwas ändert“, sagte Rehlinger. In Frankreich und Belgien gilt eine Freigrenze von 34 Tagen.

Die Großregion

Zur internationalen Großregion mit fast zwölf Millionen Einwohnern gehören Rheinland-Pfalz, das Saarland, Luxemburg, Lothringen in Frankreich, die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens und die Wallonie.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.01.2023 berichtet.


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