Corona-Test: Abstrich in einem Röhrchen (Foto: Oliver Berg/dpa)

Hans fordert Kostenbeteiligung für Risiko-Urlauber

Kai Forst   24.08.2020 | 20:57 Uhr

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Reiserückkehrer aus Risikogebieten an den Kosten für die verpflichtenden Corona-Tests zu beteiligen. Andere Regierungschefs plädieren gar für eine komplette Kostenübernahme.

Die kostenlosen Coronatests für Reiserückkehrer seien für die Sommerferien ein probates Mittel gewesen, „weil hier schnelles und unbürokratisches Handeln gefragt war“, sagte Ministerpräsident Hans dem SR. Dieses Handeln müsse nun aber auf den Prüfstand gestellt und angepasst werden.

Künftig an den Kosten beteiligen

„Es ist und war die richtige Entscheidung, Reiserückkehrer aus Risikogebieten dazu zu verpflichten, sich auf eine Covid-19 Infektion testen zu lassen. Wer sich allerdings bewusst dazu entscheidet, in einem ausgewiesenen Risikogebiet Urlaub zu machen, sollte künftig auch an den Kosten für die danach notwendigen Tests beteiligt werden“, so der CDU-Politiker.

Ähnlich hatte sich Anfang August bereits die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann geäußert (CDU). Wer in den Urlaub fahre, müsse auch das Geld haben, den eigenen Test zu bezahlen.

Dreyer: "Die Volksseele kocht zurecht"

In den vergangenen Tagen hatte sich die Diskussion um die kostenlosen Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten wieder neu entfacht, weil sich Vertreter mehrerer Bundesländer mittelfristig für eine Kostenübernahme ausgesprochen hatten. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte etwa eine neue Strategie für die kommenden Herbstferien. Die „Volksseele“ koche zu Recht, wenn jemand bewusst ins Risikogebiet Mallorca fahre und sich bei der Rückkehr auf Kosten der Allgemeinheit testen lasse, sagte Dreyer.

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will Reiserückkehrer aus Risikogebieten für Corona-Tests zur Kasse bitten. Solche Tests sollten „mittelfristig ähnlich wie Flughafengebühren auf den Reisepreis aufgeschlagen werden“, sagte Laschet am Wochenende.

Verbraucherschützer warnen

Verbraucherschützer warnen indes vor einem Kurswechsel. Corona-Tests für Reiserückkehrer müssten kostenlos bleiben, fordert etwa der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Klaus Müller. Touristen würden kostenpflichtige Tests meiden. Dadurch entstünde der Gesellschaft ein viel höherer Schaden als durch die Finanzierung durch die Allgemeinheit. „In der Abwägung ist es sinnvoller und effizienter, die Tests kostenlos zu lassen“, sagte Müller.

Gesundheitsminister für neue Teststrategie

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich unterdessen in einer gemeinsamen Schaltkonferenz für eine neue Teststrategie ausgesprochen. Nach der Sommerreisesaison soll es keine Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten mehr geben. Stattdessen soll eine Quarantäne-Pflicht greifen. Frühestens fünf Tage nach der Wiedereinreise könnten Rückkehrer dann einen Test machen. Fällt das Ergebnis negativ aus, könne die Quarantäne beendet werden.

Ab wann die Regelung gelten soll, ist noch unklar. Im Gespräch sind der 15. September oder der 1. Oktober. Nicht geklärt ist auch, wer die Kosten für die Coronatests bei Reisenden aus Risikogebieten trägt. Am Donnerstag wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder beraten.

Über dieses Thema wurde auch in der SR-Nachrichtensendung "aktuell Nachrichtenüberblick" berichtet.

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