Schriftzug "Rathaus" mit Geldscheinen (Foto: dpa)

Kommunalfinanzen wegen Corona unter Druck

Janek Böffel   02.04.2020 | 17:30 Uhr

Die saarländischen Kommunen befürchten durch die Coronakrise massive Mindereinnahmen. Die finanziellen Auswirkungen könnten sich auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen.

All das sei derzeit noch ein Worst-Case-Szenario, sagt Hermann-Josef Schmidt, der Präsident des saarländische Städte- und Gemeindetages. Trotzdem befürchtet er, dass die Coronakrise die Kommunen um Jahre zurückwerfe. Alleine bei der Gewerbesteuer könnten Verluste von 40 Prozent drohen. In absoluten Zahlen: von rund 430 Millionen Euro im Jahr 2019 mehr als 160 Millionen Euro weniger. Auch bei der Einkommenssteuer drohe ein Minus von 20 Prozent. Sie könnte von 382 Millionen im vergangenen Jahr auf nur noch 300 sinken.

Neue Kassenkredite erforderlich?

Man habe sich in den vergangenen Jahren gerade so von den Folgen der Finanzkrise erholt. Nun hätte ohnehin schon eine Rezession gedroht, sodass die Krise die Kommunen nun noch härter treffe, so Schmidt. Auch wenn es bisher nur Prognosen und der Worst-Case sind, befürchtet er, dass die Kommunen am Ende des Jahres nicht ohne neue Kassenkredite auskommen. Ein Problem, das der Saarlandpakt eigentlich gerade beendet haben sollte.

Derzeit läuft eine Befragung der Kommunen, mit denen der Städte- und Gemeindetag genauere Zahlen über die finanziellen Auswirkungen der Coronapandemie zusammentragen will.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 02.04.2020 berichtet.

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