Die Metaller streiken. (Foto: picture alliance / Marijan Murat/dpa)

Metaller wollen kürzere Arbeitszeit

Yvonne Schleinhege / Onlinefassung: Axel Wagner   10.11.2018 | 19:35 Uhr

Es wurde heftig gerungen Anfang des Jahres um einen neuen Tarifvertrag bei den Metallern, unter anderem mit einem 24-Stunden-Streik. Mit ihrer Forderung nach einer Option, die Arbeitszeit verkürzen zu können, hatte sich die IG Metall damals durchgesetzt. Jetzt steht fest: viele Beschäftigte wollen genau das auch tun.

Die Anträge auf Arbeitszeitverkürzung dürften sich stapeln. 3700 sind laut Betriebsrat allein bei der ZF in Saarbrücken eingegangen. Für den Homburger Raum insgesamt zählt die IG Metall etwa 4000.

Bei der Gewerkschaft sieht man das als Erfolg. Man habe den Nerv der Zeit getroffen, so Ralf Reinstädler. „Es geht um acht freie Tage im Jahr. Die Frage, wie die verplant werden, ob rein individuell, kollektiv mit dem Betriebsrat in einem festen Schichtsystem oder nach freiem Wunsch der Mitarbeiter, das ist im Betrieb alles zu klären. Aber zumindest ist es eine kleine Option für die Mitarbeiter, sich zusätzlichen Raum zu schaffen, um individuellen Bedürfnissen nachzukommen.“

Herausforderung für Großunternehmen

 Arbeitgebervertreter Joachim Malter von ME Saar warnt hingegen: „Die Probleme werden umso größer, je größer die Unternehmen sind und je mehr Schichtarbeiter von diesem Modell Gebrauch machen möchten, weil wir gerade in Schichtmodellen große Probleme mit der passenden Einsatzfähigkeit von Leuten haben. Kleinere und mittlere Unternehmen sind weniger betroffen oder können auch aufgrund der Anzahl der Anträge, die sie haben, noch individuelle Lösungen suchen.“

Bis Ende des Jahres muss nun jedes Unternehmen einen Weg finden, Betriebsräte und Unternehmensleitung müssen über die Anträge verhandeln. Das dürfte nicht immer ganz konfliktfrei verlaufen. Bei Ford in Saarlouis hat man wohl auch deshalb bereits eine andere Lösung gefunden: Hier hat man eine Betriebsvereinbarung geschlossen. So erhalten alle Mitarbeiter die zusätzlichen Freischichten, dafür wird die tarifliche Sonderzahlung nicht ausgezahlt.

Über dieses Thema wurde auch in SR 3 Guten Morgen vom 10.11.2018 berichtet.

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