Mit dem Ausbau ihres Gutschein-Systems will die Stadt Merzig den lokalen Handel stärken. (Foto: SR)

Merzig baut Gutschein-System aus

Mit Informationen von Bettina Rau   11.02.2021 | 19:39 Uhr

Mit dem Ausbau ihres bestehenden Gutscheinsystems will die Stadt Merzig den lokalen Handel in der Pandemie stärken. Wer einen der Gutscheine kauft, soll von der Stadt einen Bonus von 20 Prozent obendrauf bekommen. Bei den Händlern ist die Verzweiflung angesichts des verlängerten Lockdowns groß.

Am Mittwochabend hatten sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, den Lockdown bis mindestens 7. März zu verlängern. Außerdem soll der Handel auch dann nur öffnen dürfen, wenn die örtliche Sieben-Tages-Inzidenz unter 35 gesunken ist.

20 Prozent Bonus

Die Stadt Merzig hat deshalb noch am gleichen Abend grünes Licht für den Ausbau ihres bestehenden Gutschein-Systems gegeben, um den Händlern zu helfen. 200.000 Euro will die Stadt dafür ausgeben. Die Gutscheine können online gekauft und dann im Handel eingelöst werden.

Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) sagte dem SR, zusätzlich zu dem Gutschein, den der Kunde erwirbt, werde die Stadt einen Bonus von 20 Prozent auszahlen. Wer etwa einen Schein für 100 Euro erwerbe, könne dann in den Geschäften für 120 Euro einkaufen.

Gutschein-System soll Einzelhandel in Merzig unterstützen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 11.02.2021, Länge: 02:45 Min.]
Gutschein-System soll Einzelhandel in Merzig unterstützen

Handel hofft auf schnelle Öffnung

Die Verzweiflung bei den Händlern ist groß. Jan Daeges von Leder Röer etwa präsentiert seine Rucksäcke inzwischen auf Online-Konferenzen. Viel bringt das jedoch nicht, der Händler wartet dringend auf die baldige Öffnung seines Ladens.

„Ich hoffe, dass es möglichst schnell geht, weil dem Einzelhandel und dem Gewerbe die Reserven ausgehen, um das durchhalten zu können.“ Hilfen blieben aus oder müssten zurückgezahlt werden, das Eigenkapital sei demnächst aufgebraucht.

Hohe Schulden

Ähnlich sieht es auch beim Modehaus Ronellenfitsch aus. Sie sitzen auf Winterkleidung, dabei ist die Frühjahrsware schon dar. Luxusartikel wie zum Beispiel Abendkleider sind derzeit gar nicht zu verkaufen. „Wir mussten uns sehr, sehr verschulden, damit wir da keine Probleme bekommen“, so Eigentümer Andreas Ronellenfitsch. „Das werden wir die nächsten zehn Jahre spüren. Das ist emotional nicht einfach.“

Die Gutscheine soll es ab Mitte März geben. Sind sind dann entweder über die Sparkassen oder die Stadt zu beziehen, Details werden nach Angaben der Verwaltung noch verhandelt.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 11.02.2021 berichtet.

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