Screen der Meldeplattform gegen Antisemitismus auf einem Laptop (Foto: SR/Pixabay/Sandeep Darji)

Meldeplattform für antisemitische Vorfälle jetzt auch im Saarland

  28.06.2022 | 10:52 Uhr

Für antisemitische Vorfälle im Saarland gibt es nun eine Meldeplattform. Das Angebot bezieht sich auch auf Vorfälle, die nicht strafbar sind oder die man nicht selbst anzeigen möchte.

Wer einen antisemitischen Vorfall im Saarland mitbekommt oder selbst Opfer davon ist, kann diesen ab sofort auch online über die Internetseite www.report-antisemitism.de melden.

Die dort eingetragenen Meldungen werden von der "Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Saarland" (RIAS Saarland), die in St. Wendel sitzt, beobachtet und gesammelt. Das Angebot wird finanziert vom Sozialministerium.

"Es ist gar nicht so einfach, Antisemitismus zu erkennen."
Audio [SR 2, (c) SR, 28.06.2022, Länge: 08:41 Min.]
"Es ist gar nicht so einfach, Antisemitismus zu erkennen."
In Deutschland im vergangenen Jahr über 2.700 antisemitische Vorfälle, rund 800 Fälle mehr als im Jahr 2020. Petra Melchert vom Adolf-Bender-Zentrum in St. Wendel, ein Verein der sich für Demokratie- und Menschenrechtsbildung einsetzt, um zivilgesellschaftlicher Strukturen – gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu fördern. Im SR-Interview spricht Melchert unter anderem über die Anzahl Antisemitische Vorfälle im Saarland und deren Entwicklung und darüber, wie man Antisemitismus erkennt.

Kostenlose Beratung

Die Recherche- und Informationstelle Antisemitismus bietet Betroffenen auch kostenlose und vertrauliche Beratung zum Umgang mit der Situation an.

Sie kann etwa bei einer Anzeige des Vorfalls bei der Polizei unterstützend zur Seite stehen oder in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Bounce Back Saarland auch tiefergehende rechtliche und psychologische Beratung anbieten.

Mehr antisemitische Vorfälle

Die Zahl antisemitisch motivierter Straftaten wächst, auch im Saarland. Nach Angaben des Antisemitismusbeauftragten des Landes, Roland Rixecker, gab es im Jahr 2021 in diesem Zusammenhang 39 Ermittlungsverfahren; 2020 waren es elf.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 28.06.2022 berichtet.

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