Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin einer tierexperimentellen Forschungseinrichtung hat in einem Labor eine Maus auf der Hand (Foto: picture alliance/Friso Gentsch/dpa)

Zahl der Tierversuche im Saarland leicht gestiegen

  06.09.2019 | 12:04 Uhr

Im Saarland sind 2018 mehr Tierversuche durchgeführt worden als im Vorjahr. Unterdessen suchen auch im Saarland Forscher weiter nach Alternativen.

Insgesamt 24.707 Tiere wurden im Saarland vergangenes Jahr für Versuche eingesetzt. Das geht aus einer Antwort des Umwelt- und Verbraucherschutzministeriums auf eine Anfrage der Linken-Landtagsfraktion hervor. Damit ist die Zahl der Versuchstiere gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Damals waren laut Tierschutzbund rund 24.500 Tiere gemeldet worden.

"Es wird zu wenig getan"

"Die Anzahl der Tierversuche im Land verharrt offensichtlich auf einem viel zu hohen Niveau. Allen Ankündigungen zum Trotz wird viel zu wenig getan, um diese brutalen Versuche unnötig zu machen", sagte der tierschutzpolitische Sprecher der Linksfraktion, Ralf Georgi. Nach wie vor gebe die Universität keine Mittel für Forschungsprojekte, die zu einem Ersatz oder einer Verringerung von Tierversuchen führen sollen. Dabei habe der Landtag 2016 das Hochschulgesetz geändert und die Hochschulen darin verpflichtet, Methoden zu fördern, die die Verwendung von lebenden Tieren verringern.

Suche nach Alternativen

Nach Angaben der Landesregierung läuft die Forschung nach Alternativen zu Tierversuchen unterdessen weiter. Hier verweist die Regierung auf das Projekt „Cardio 3R“ von Professor Peter Lipp vom Institut für Molekulare Zellbiologie der Universität des Saarlandes in Homburg.

Lipp erforscht und optimiert dort alternative Methoden nach dem 3R-Konzept in der kardiovaskulären Grundlagenforschung. In diesem Bereich geht es um Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße. Dort werden in der Forschung bislang transgene Tiermodelle eingesetzt, das sind gentechnisch veränderte Tiere, die speziell für die Forschung im Labor gezüchtet werden.

Forschungspreis geplant

Das saarländische Umwelt- und Verbraucherschutzministerium will ab dem nächsten Jahr einen Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen verleihen. Ausgezeichnet werden sollen nach Angaben von Minister Reinhold Jost (SPD) Arbeiten, die einen Beitrag zu neuen Methoden leisten. Ziel sei es, Tierversuche zu ersetzen oder zumindest einzuschränken.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 06.09.2019 berichtet.

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