Eine Frau raucht Wasserpfeife in einer Shisha-Bar (Foto: picture alliance/Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/dpa)

Zahl der Shisha-Bars stark gestiegen

Kai Forst   12.12.2019 | 17:34 Uhr

Das Rauchen von Wasserpfeifen liegt im Trend – vor allem unter jungen Erwachsenen. Im Saarland ist die Zahl der Shisha-Bars in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wie eine SR-Umfrage bei den Städten ergab. Das Problem: Häufig verstoßen die Bars und Cafés gegen Gesundheitsvorschriften.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut dem Statistischen Bundesamt hat sich der Umsatz mit Pfeifentabak in Deutschland von 2013 (120 Millionen Euro) bis 2018 (425 Millionen Euro) mehr als verdreifacht. Das zeigt: Shisha-Bars und das Rauchen des aromatisierten Pfeifentabaks sind beliebt wie nie. Allein in der Landeshauptstadt Saarbrücken gibt es derzeit 26 Shisha-Bars oder -Cafés. Das sind mehr als drei Mal so viele wie noch 2014 (8).

Drastischer Anstieg in Saarlouis

Noch deutlicher ist der Anstieg in Saarlouis, wo nach Angaben der Stadt aktuell 14 Betriebe registriert sind. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch zwei. In Neunkirchen hat sich die Zahl seit 2014 „nur“ etwas mehr als verdoppelt – von vier auf neun. Die Stadt Homburg teilte mit, dass man aktuell fünf Betriebe dieser Art verzeichne. 2014 seien es zwei gewesen. Auch in Merzig (4), St. Wendel (4) und St. Ingbert (3) ist die Gesamtzahl noch überschaubar. Doch auch dort ist der Anstieg – wenn auch in kleinerem Rahmen signifikant.

Saarlouis plant Verfügung nach Homburger Vorbild

In Saarlouis sieht man den rasanten Anstieg der Shisha-Bars durchaus mit Sorge und will sich künftig an Homburg orientieren. Dort hatte man im September als erste saarländische Stadt eine Verfügung erlassen, die den Betreibern deutliche Auflagen macht. Demnach müssen unter anderem eine starke Lüftungsanlage, ein Rauchabzug und CO-Warngeräte installiert werden. Die Abnahme durch einen Schornsteinfeger ist ebenso verpflichtend wie der Warnhinweis an der Eingangstür, dass gesundheitsgefährdendes Kohlenmonoxid entsteht. Verstöße gegen die Verfügung kosten bis zu 2000 Euro Strafe.

„Die Stadt Saarlouis hat sich nach Erlass der Verfügung umgehend mit der Stadt Homburg in Verbindung gesetzt und sich mit den zuständigen Kollegen ausgetauscht. Die Verfügung ist bereits für Saarlouis vorbereitet“, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Zunächst wolle man jedoch die Erfahrungswerte aus Homburg abwarten, um diese bei der Umsetzung entsprechend berücksichtigen zu können.

Ministerium sensibilisiert für Verstöße

Auch die Landesregierung teilt die Bedenken gegen die Shisha-Bars. Es werde häufig gegen Nichtraucher- und Jugendschutz sowie immer häufiger gegen Gesundheits- und Hygienevorschriften verstoßen. Derzeit informiert das Wirtschaftsministerium Gewerbeämter und Ortspolizeibehörden über Vorgehen und Maßgaben bei der Kontrolle der Einrichtungen. Kommunen hätten zudem die Möglichkeit nach dem Vorbild Homburgs eine entsprechende Allgemeinverfügung zu erlassen, die dann für sämtliche Shisha-Betriebe gelte.

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