Eine Lehrerin betreut die Schüler (Foto: picture alliance/JOKER/dpa/Gudrun Petersen)

Hans will abgezogene Lehrerstellen ausgleichen

mit Informationen von Dian Kühner-Mert, Carolin Dylla und der dpa   13.08.2019 | 16:21 Uhr

In den Streit der Großen Koalition im Saarland um zusätzliche Lehrerstellen kommt Bewegung. Ministerpräsident Tobias Hans sagte, zumindest für die 46 Lehrerstellen, die aus dem freiwilligen Ganztagsbereich in den regulären Unterricht abgezogen wurden, werde es einen Ausgleich geben.

Die Zeichen stehen auf Befriedung, nachdem Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) in der vergangenen Woche den Koalitionspartner CDU ungewöhnlich hart angegriffen hatte. 95 zusätzliche Lehrerstellen hatte Commerçon gefordert. Schließlich hat der Lehrermangel bereits zu Einschnitten bei den freiwilligen Ganztagsschulen geführt. Hier zumindest lenkt der Ministerpräsident nun ein: "Wir haben festgestellt, dass es dann notwendig war, 46 Stellen aus dem freiwilligen Ganztag in den regulären Unterricht zu nehmen. Diese 46 Stellen will ich ausgleichen", sagte Hans am Dienstag vor der Landespressekonferenz. Dadurch sollen auch am Nachmittag weiterhin Lehrerinnen und Lehrer eingesetzt werden können.

Video [aktueller bericht, 13.08.2019, Länge: 2:57 Min.]
Bewegung im Streit um Lehrerstellen

Zudem solle der Finanzminister prüfen, in welchem Rahmen zusätzliche Stellenforderungen Commerçons erfüllt werden können. Dies könne allerdings nur durch Umschichtungen im Haushalt geschehen. Hans machte noch einmal klar, dass es dafür keinen Nachtragshaushalt geben werde.

Hans hält an großer Koalition fest

Hans will abgezogene Lehrerstellen ausgleichen
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 13.08.2019, Länge: 02:57 Min.]
Hans will abgezogene Lehrerstellen ausgleichen

Die Große Koalition im Saarland sieht Hans durch die aktuelle Diskussion nicht gefährdet. Vor der Kabinettssitzung am Dienstag habe er eine Besprechung mit der stellvertretenden Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) gehabt. "Und wir sind uns beide einig in der Analyse, dass dieses Land weiterhin eine gute Stabilität auch in der Regierung benötigt", sagte Hans. Angesichts drohender Wirtschaftsschwäche dürfe die Koalition nicht weiter über Detailfragen streiten. Deshalb sei man sich einig, "diese Unstimmigkeiten, die es vielleicht an der einen oder anderen Stelle gegeben hat, jetzt auch schnell beiseite zu legen."


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Über dieses Thema wurde auch in "aktuell" im SR Fernsehen vom 13.08.2019 berichtet.

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