Erzieherin sitzt mit Kindern im Kindergarten im Kreis auf dem Boden. (Foto: IMAGO / imagebroker / Jan Tepass)

Mehr bezahlte Azubi-Stellen für Erzieher

  24.03.2022 | 15:13 Uhr

Vor drei Jahren hat das Saarland eine neue, bezahlte Ausbildungsform für den Erzieherberuf eingeführt. Da die Nachfrage groß ist, wird das Ausbildungsplatzangebot zum nächsten Schuljahr erweitert. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert allerdings noch mehr Plätze.

Das Saarland will zum nächsten Schuljahr 31 zusätzliche Ausbildungsplätze für die sogenannte "Praxisintegrierte Erzieherinnenausbildung" schaffen. Bisher wird diese Ausbildungsform an drei Schulstandorten mit jeweils einer Klasse angeboten.

Zum Schuljahr 2022/2023 soll dann noch eine weitere Klasse am Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum Saarbrücken hinzukommen. Dann stehen insgesamt 124 dieser Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Azubis verdienen Geld

Ein Grund, warum die "Praxisintegrierte Erzieherausbildung (PiA)" im Jahr 2019 eingeführt wurde, ist der große Mangel an Erzieherinnen und Erziehern im Land. Die bisherige, klassische Erzieherausbildung ist für viele junge Menschen unattraktiv, denn in der langjährigen Ausbildung an den Fachschulen verdient man in den ersten Jahren nichts.

Anders bei PiA: In der dreijährigen Ausbildung sind die angehenden Erzieher an drei Tagen pro Woche in der Schule und an zwei Tagen pro Woche in der Kinderbetreuungseinrichtung - und sie verdienen vom ersten Ausbildungsjahr an Geld.

Mehrheit mus weiter unbezahlte Ausbildung machen

Die Mehrheit der angehenden Erzieher muss die Ausbildung allerdings weiterhin auf dem bisherigen Weg bestreiten - also ohne Vergütung. Nach GEW-Angaben beginnen pro Jahr über 400 junge Menschen auf dem klassischen, schulischen Weg eine Erzieherausbildung im Saarland.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Zahl an PiA-Plätzen weiter aufzustocken. "Es fehlen um die 2000 Erzieherinnen und Erzieher im Saarland", so Birgit Jenni, GEW-Vorsitzende. "Wir brauchen größere Anstrengungen, um diesen Mangel zu beheben."

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